Schmuck: Diamanten werden billiger, doch die Handarbeit hält den Preis
Der Diamantenpreisindex DIAMINDX fiel im August 2026 auf den niedrigsten Stand seiner Geschichte. De Beers senkte die Durchschnittspreise für Rohdiamanten um fast ein Drittel. Gleichzeitig arbeiten Juweliere mit Toleranzen im Hundertstelmillimeter-Bereich.

Der Markt für Accessoires spielt auf zwei Ebenen: Rohstoff und Handwerk. Das Portal Jiemian meldet, dass der Index DIAMINDX am 10. August 2026 auf 2490 Dollar fiel. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Messung. Binnen zehn Tagen verlor er 8 Prozent. Seit dem Höchststand von 2022 ging rund die Hälfte des Werts verloren. Im Großhandelsviertel Shuibei in Shenzhen sanken die Preise um 40 bis 60 Prozent. De Beers verkaufte im ersten Halbjahr 2026 12,4 Millionen Karat Rohmaterial. Das waren 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Durchschnittspreis lag bei 105 Dollar pro Karat, 32 Prozent niedriger. Der Umsatz fiel um 23,5 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar. Die Vorräte überstiegen 2 Milliarden Dollar.
Der Kunde wechselt zu Gold und Marken
Das bedeutet nicht das Ende des Marktes, sondern eine Verschiebung. Die chinesische Nachfrage nach Goldschmuck sank im ersten Halbjahr 2026 um etwa 30 Prozent, so das World Gold Council. Das Segment Uhren und Schmuck des Konzerns LVMH wuchs dagegen organisch um 9 Prozent. LVMH selbst durchläuft eine schwächere Phase. Der Umsatz im ersten Halbjahr 2026 betrug 38,6 Milliarden Euro. Das waren 3 Prozent weniger in berichteter Rechnung bei 2 Prozent organischem Wachstum. Der operative Gewinn der Sparte Mode und Lederwaren stieg im zweiten Quartal organisch um 1 Prozent. Das ist der erste Quartalszuwachs seit zwei Jahren. Der Wert dieser Sparte fiel von 42,17 Milliarden Euro im Jahr 2023 auf 37,77 Milliarden im Jahr 2025.
Toleranz von einem Hundertstelmillimeter
Auf der anderen Seite des Marktes zählt die Hand. Beim Goldschmiedewettbewerb der 48. World Skills in Shanghai haben die Teilnehmer drei Tage und 18 Stunden Zeit für ein Werkstück. Die zulässige Toleranz beträgt 1 Prozent, also ein Hundertstelmillimeter. Wer die Grenze überschreitet, verliert Punkte. Einer der Teilnehmer war Qiu Shubin von der technischen Schule in Shenzhen. Die Schule bildet Fachkräfte für den Schmuckkonzern Chow Tai Fook aus. Das zeigt, wohin der Wert wandert: Wenn der Rohstoff billiger wird, verschiebt sich die Marge in die Präzision der Ausführung und in die Marke. Beides lässt sich schwerer fälschen als ein Stein.
Accessoires als Margenträger
Für die gesamte Modenbranche sind die Schlussfolgerungen praktisch. Im Segment Bekleidung steigen die Preise langsamer als die Kosten. Accessoires wie Taschen, Gürtel, Brillen und Schmuck bleiben die Kategorien mit der höchsten Marge. Ihr Schicksal hängt von zwei Variablen zugleich ab: vom Preis des Rohstoffs, der heute den Käufern zugutekommt, und vom Können der Ausführung, das sich nicht von einem Modell erzeugen lässt.
Quellen
3Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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