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Private Fusionsfirmen melden erste Erfolge mit D-T-Brennstoff, Plasma bei 150en Grad und direkter Energieumwandlung

Helion teilt mit, sein Prototyp Polaris sei die erste privat entwickelte Fusionsmaschine, die mit Deuterium-Tritium-Brennstoff läuft und Plasma bei 150 Millionen Grad Celsius hält. Realta Fusion meldete die erste direkte Umwandlung von Plasmaenergie in Strom durch ein kommerzielles Fusionsunternehmen.

WissenschaftAnalyseHanna VogtVeröffentlicht: 28. September 20264 Min. LesezeitQuellen 3
Private Fusionsfirmen melden erste Erfolge mit D-T-Brennstoff, Plasma bei 150en Grad und direkter Energieumwandlung

Zwei private Fusionsfirmen melden Ergebnisse, die bisher öffentlich finanzierten Labors vorbehalten waren. Helion veröffentlichte seine Angaben zu D-T und zur Temperatur am 13. Februar 2026. Die Stromdemo von Realta folgte am 19. Juni 2026. Verschiedene Maschinen, Monate dazwischen, dieselbe Richtung.

Helion aus Everett im US-Bundesstaat Washington teilt mit, sein Prototyp Polaris der siebten Generation sei die einzige private Fusionsmaschine, die mit Deuterium-Tritium-Brennstoff betrieben wurde, und zwar im Januar. Das Unternehmen berichtet außerdem von Plasmatemperaturen von 150 Millionen Grad Celsius, also 13 keV, und übertrifft damit den eigenen Branchenrekord von 100 M°C, den die Maschine Trenta der sechsten Generation aufgestellt hatte. In der Branche, so das Unternehmen, gelten 100 M°C als Schwelle für eine kommerziell relevante Maschine. Polaris nahm Ende 2024 den Betrieb auf, und die D-T-Kampagne ist ein Schritt in seinem Testprogramm, nicht das Ziel. Helion will die Plasmatemperaturen in Polaris weiter erhöhen, um Bedingungen für Deuterium-Helium-3 zu erreichen, den Brennstoff, der im kommerziellen Betrieb zum Einsatz kommen soll.

Helion beschreibt das Vorgehen selbst als iterativ. "We believe the surest path to commercializing fusion is building, learning and iterating as quickly as possible", sagte David Kirtley, Mitgründer und CEO. "We've built and operated seven prototypes, setting and exceeding more ambitious technical and engineering goals each time."

Externe Prüfer und was sie nicht sagten

Das Unternehmen nahm zwei externe Reaktionen in seine Ankündigung auf. Ryan McBride, Spezialist für Trägheitsfusion und gepulste Leistung, der am Sandia National Laboratories und an der University of Michigan gearbeitet hat, sagte, er habe die Diagnosedaten geprüft, und nannte den Nachweis von D-T-Fusion oberhalb von 13 keV "exciting". Alan Hoffman, der seit über 40 Jahren an Plasmen mit feldumgekehrter Konfiguration arbeitet und das Large S an der University of Washington geleitet hat, sagte, er sehe die Technologie weiter skalieren. Jean Paul Allain, Associate Director für Fusionsenergiewissenschaften im Office of Science des Energieministeriums, sagte, die Polaris-Daten, darunter Rekordtemperaturen und Gewinne aus der Brennstoffmischung, "indicates strong progress". Keiner der drei beschrieb eine Nettoenergieerzeugung. Die Mitteilung von Helion behauptet das ebenfalls nicht.

Die Aussage von Realta ist enger gefasst. In einem Punkt konkreter.

Gemeinsam mit der University of Wisconsin-Madison baute das Unternehmen am axialsymmetrischen Spiegelgerät WHAM einen direkten Energiekonverter in die Endring-Baugruppe ein und ersetzte die Zentralscheibe. Der Konverter bremst geladene Teilchen, die durch den Verlustkegel des Spiegels entweichen, mit einem elektrostatischen Potenzial ab und wandelt ihre kinetische Energie in Strom um. Der erste Prototyp ist ein einstufiges Gerät mit drei gitterartig angeordneten Gittern: einem geerdeten Gitter, einem Gitter zur Elektronenabstoßung und einem Ionensammelgitter. Im Plasmabetrieb zog er mehrere Ampere bei rund 100 Volt, genug, so das Unternehmen, um einige Glühbirnen zu betreiben. Realta will die Spannung in den kommenden Wochen erhöhen.

"This is neither a demonstration of net-electricity production nor large-scale conversion of fusion-born power directly into electricity", schrieb das Unternehmen.

Dieser Vorbehalt ist wichtig, denn WHAM läuft nur mit Deuterium, sodass der größte Teil der im Demo umgewandelten Energie zugeführte Leistung war, die das Unternehmen selbst bereitgestellt hatte, nicht Fusionsleistung. Realta beschreibt die Arbeit als "first make it work, then make it good" und peilt zunächst eine Leistung im Kilowattbereich und später im Megawattbereich auf künftigen Geräten an.

Warum die beiden Ergebnisse zusammengehören

Die direkte Umwandlung ist eine alte Idee mit einem einfachen Reiz: Wer weniger Energie durch einen thermischen Kreislauf schickt, umgeht die Effizienzgrenzen, die die Thermodynamik Turbinen setzt. Realta argumentiert, sie passe zu magnetischen Spiegeln, wo der Verlustkegel, der den Einschluss verschlechtert, zu einem Auslasspfad für Heliumasche und zu einer Quelle rückgewinnbarer geladener Teilchen werden kann. Den Hintergrund beider Ankündigungen bildet ITER, der öffentlich finanzierte Reaktor in Südfrankreich. CNET berichtete im Mai 2026, dass ITER geschätzte Kosten von 22 Milliarden US-Dollar trägt und dass Risse in der Rohrleitung eines Hitzeschilds aus dem Jahr 2020 zusammen mit Schweißverformungen und Pandemieunterbrechungen den Zeitplan verzögerten und 5 Milliarden US-Dollar an Reparaturkosten hinzufügten.

Diese Lücke ist der Raum, in dem private Firmen arbeiten. Laban Coblentz, leitender strategischer Berater von ITER, sagte gegenüber CNET, das Projekt sei "a model for how countries of unlike persuasion can work over decades" geworden, und seine Wissenschaftler beschreiben die Ergebnisse als öffentliches Wissen. Ob dieses Wissen in ein netzgekoppeltes Kraftwerk mündet, ist die Frage, die keines der Ergebnisse von Februar oder Juni beantwortet.

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Quellen

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  1. 01Helion Achieves New Fusion Energy MilestonesEN
  2. 02A look inside ITER, the world's largest fusion energy projectEN
  3. 03A Fusion First: Realta Demos Direct Energy Conversion to ElectricityEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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