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Kühlung und Strom im Rechenzentrum: Strafe, Orbit und 1,1 Millionen Dollar

New Jersey verhängte gegen einen Betreiber in Vineland eine Geldstrafe von 1,1 Millionen Dollar wegen 62 unerlaubter Gensets. Gleichzeitig plant Google einen Orbitaltestserver, der sich nur 15 Minuten lang selbst kühlen kann.

TechnologieAnalyseLena BrandtVeröffentlicht: 28. September 20264 Min. LesezeitQuellen 5
Kühlung und Strom im Rechenzentrum: Strafe, Orbit und 1,1 Millionen Dollar

Zwei Meldungen zur Stromversorgung und Kühlung von Rechenzentren erreichten uns diese Woche innerhalb eines Tages. Sie zeigen in entgegengesetzte Richtungen. Die eine beschreibt, was passiert, wenn eine Anlage still ihre eigene Stromversorgung aufbaut und erwischt wird. Die andere handelt von einem Unternehmen, das versucht, das gesamte Problem vom Planeten zu nehmen.

Beginnen wir in New Jersey. Laut Ars Technica verhängte die staatliche Umweltschutzbehörde (DEP) eine Geldstrafe von 1,1 Millionen Dollar gegen DataOne. Eine Untersuchung von The Guardian und Floodlight News hatte mit Wärmebildaufnahmen von Drohnen gezeigt, dass 45 von 62 Gensets am Standort Vineland liefen. Keines verfügte über die erforderlichen Genehmigungen für Gensets mit einer Leistung von 37 Kilowatt oder mehr. Ars Technica berichtet, die Anlagen hätten mit 1.982 Kilowatt gearbeitet, was mehr als das 50-fache des staatlichen Grenzwerts ist.

Laut DEP stoßen solche Gensets Kohlenstoffdioxid, Stickoxide, Kohlenmonoxid und andere Verbrennungspartikel aus. Der Staat nannte es die bisher größte Durchsetzungsmaßnahme gegen ein Rechenzentrum in New Jersey.

Eine Geldstrafe, eine Frist und ein laufender Standort

DataOne hat 45 Tage Zeit, um Genehmigungen einzuholen oder den Betrieb einzustellen. Gemäß der aktuellen Anordnung darf es die Motoren jedoch während des Antragsverfahrens weiterlaufen lassen. Diese Lücke ist der Punkt, über den sich Anwohner ärgern. Nichole Gardner von der lokalen Umweltorganisation Sustain SJ sagte gegenüber Ars, die Geldstrafe sei „sowohl in der Höhe als auch in der Durchsetzung unzureichend“ und argumentierte, der Standort solle den Betrieb einstellen, bis Genehmigungen vorliegen.

In einer Erklärung gegenüber The New York Times sagte ein Sprecher von DataOne, das Unternehmen werde „Anträge auf Luftgenehmigungen für die temporären Gensets“ stellen und die Geldstrafe „ablehnen“. Der Sprecher erklärte weiter, der Standort befinde sich in der „Übergangsphase zu leisen Kraftzellen mit niedrigen Emissionen“.

„Was sind 1.070.000 Dollar?“, sagte die Anwohnerin Tiffany Leone-Vespa dem NYT. „Sie hätten es für jeden illegal betriebenen Generator machen sollen. Sie sind Milliardäre. Das ist Kleingeld.“

Ars Technica bemerkt, die Gensets seien „nicht zu übersehen“ gewesen, als staatliche Inspektoren im Juli das 2.600.000 Quadratfuß große Komplex besuchten, und hätten bei dem vorherigen Besuch im Dezember 2025 nicht anwesend gewesen. Floodlight berichtete, DataOne habe im Mai einen früheren Genehmigungsantrag zurückgezogen, nachdem die DEP mehrere Mängel festgestellt hatte. Der Standort versorgt Microsofts KI-Werkzeuge, einschließlich Copilot, mit Strom, und Anwohner sagten dem NYT, sie befürchten, das Unternehmen werde alles tun, um diesen Vertrag aufrechtzuerhalten.

In New Jersey sind mehr als 80 Rechenzentren geplant oder im Bau. Kürzlich wurde ein Gesetz verabschiedet, das Steuergutschriften für Rechenzentren beendet und damit einen Fonds abschneidet, der 250.000.000 Dollar an Anreizen angeboten hatte.

Googles Antwort: Den Server ins All schicken

Googles Project Suncatcher verfolgt den entgegengesetzten Ansatz für dasselbe Problem. Ars Technica berichtete am 24. September, dass der erste experimentelle Satellit, genannt MVP, am 1. Oktober an Bord einer SpaceX Falcon 9 im Rahmen des Transporter-18-Rideshare-Flugs startet. Der Satellit ist etwa so groß wie ein Kühlschrank und trägt vier von Googles maßgeschneiderten TPU-KI-Beschleunigern.

Laut Tom's Hardware liefern die Solarpaneele etwa ein Kilowatt, was ungefähr ausreicht, um eine Mikrowelle zu betreiben. Das Kühlsystem verwendet eine Schicht aus formbarem Wärmeleitmaterial, die die Chips mit Aluminium- und Kupfer-Wärmerohren verbindet, welche die Wärme in einen Strahler leiten, der sie ins All abstrahlt. Dort oben gibt es keine Luft für einen Lüfter.

Dennoch überhitzen die vier Chips. Beide Medien berichten, die TPUs können nur etwa 15 Minuten laufen, bevor sie heruntergefahren werden müssen, damit die Strahler aufholen können. Strahlung ist ein weiteres Problem: Sie kann Bits umschalten und Berechnungen korrupt machen, und Googles aktuelle Antwort besteht darin, die Chips regelmäßig neu zu starten. Das Raumschiff selbst stammt von dem Satellitenbildunternehmen Planet Labs, nicht von Google.

James Manyika, Googles Senior Vice President of Research, übertreibt nicht. „Wir erwarten, um es ganz offen zu sagen, nicht, dass wir in den nächsten Jahren etwas Nützliches und Betriebstaugliches haben werden“, sagte er dem The New York Times und verglich das Vorhaben mit Googles fahrerlosen Autos, die „etwa 15 Jahre getestet wurden, bevor etwas aufgetaucht ist“.

Auf dem Boden dasselbe physikalische Problem

Bodenständige Betreiber haben keine Strahler-Option. Eine Analyse in Data Center Knowledge legt dar, warum vollständige erneuerbare Stromversorgung für die meisten Anlagen weiterhin unpraktikabel ist: Wind und Solar variieren mit dem Wetter, Geothermie benötigt spezialisierte Kraftwerke und liefert weniger als 0,5 Prozent der US-Stromerzeugung, und Speicher erfordern Batteriesysteme, die ihre eigenen Kosten mit sich bringen. Die praktische Lösung, so das Argument, sei die teilweise Beschaffung plus Effizienzmaßnahmen wie Flüssigkühlung.

Mittlerweile berichtete IEEE Spectrum im Mai 2025 über xMEMS, das seinen ultrasonischen „Fan-on-a-chip“ angepasst hat, um ihn in steckbare optische Transceiver zu integrieren. In einem Rechenzentrum mit 400.000 GPUs schätzt Nvidia, dass Transceiver 40 Megawatt verbrauchen. Der MEMS-Chip pumpt 39 Kubikzentimeter Luft pro Sekunde durch ein etwa einen Millimeter hohes Gerät, und xMEMS prognostiziert, dass die DSP-Temperatur um mehr als 15 Prozent sinken kann. Produktionssilizium von TSMC war für Juni erwartet, mit voller Produktion im ersten Quartal von 2.026.

Die drei Geschichten teilen eine Einschränkung. Jedes Watt an Rechenleistung muss irgendwo als Wärme hingehen, und der billigste Ort dafür ist immer noch die Nachbarschaft eines anderen.

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Quellen

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  1. 01New Jersey fines data center $1.1M after drone pics expose 62 gas generatorsEN
  2. 02Google's first Suncatcher orbital data center test launches October 1EN
  3. 03Google's orbital AI data center test packs four TPUs and 1,000W of solar powerEN
  4. 04Why You Can't Power Your Data Center Only With Renewables – But Should Try AnywayEN
  5. 05xMEMS Ultrasonic Coolers for Power Hungry TransceiversEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Lena Brandt

Lena Brandt

KI, Modelle und Technik

Lena Brandt schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Studien und öffentlich zugängliche Datensätze, statt Pressemitteilungen ungeprüft zu übernehmen. Bei Modellvergleichen kontrolliert sie Benchmark-Werte, Trainingsdaten und Versionsnummern und rechnet Angaben zu Rechenleistung und Kosten selbst nach. Sie spricht mit Entwicklern und Forschern, wartet auf angekündigte Updates und vergleicht Releases, bevor sie eine Einschätzung abgibt. Privat beschäftigt sie sich mit 3D-Druck, alten Rechnern und der Frage, wie Modelle aus Internetmüll lernen – Themen, die regelmäßig in ihre Texte einfließen. Sie publiziert keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst überprüfen konnte.

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