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TSMC nennt KI-Nachfrage „endlos“, Q4-Gewinn erreicht NT$505,7 Milliarden

TSMC erzielte im vierten Quartal einen Rekordgewinn von NT$505,7 Milliarden (rund 16 Milliarden Dollar), 35 Prozent mehr als im Vorjahr. In der Telefonkonferenz erklärte das Unternehmen, die Nachfrage nach KI-Chips könne noch Jahre anhalten.

WirtschaftNachrichtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 28. September 20263 Min. LesezeitQuellen 2
TSMC nennt KI-Nachfrage „endlos“, Q4-Gewinn erreicht NT$505,7 Milliarden

Taiwan Semiconductor Manufacturing Company verbuchte im Quartal einen Nettogewinn von NT$505,7 Milliarden, umgerechnet etwa 16 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr und übertraf die Erwartungen der Analysten, wie Ars Technica berichtet. Der Umsatz stieg um 25,5 Prozent auf 33,7 Milliarden Dollar.

Für 2026 erwartet das Unternehmen ein Umsatzwachstum von fast 30 Prozent. Die geplanten Kapitalausgaben liegen in diesem Jahr zwischen 52 und 56 Milliarden Dollar, nach 40,9 Milliarden Dollar im Jahr 2025.

CEO C.C. Wei erklärte den Investoren in der Telefonkonferenz, er könne die langfristige Entwicklung der Halbleiterbranche nicht vorhersagen, bleibe aber optimistisch für KI. „Alles in allem glaube ich, dass die KI real ist. Nicht nur real, sie beginnt, in unser tägliches Leben hineinzuwachsen“, sagte Wei laut Ars Technica. Auf die Frage, ob die Chipbranche drei, vier oder fünf Jahre in Folge gut laufen könne, antwortete er: „Ich sage Ihnen die Wahrheit, ich weiß es nicht. Aber wenn ich mir die KI ansehe, sieht es so aus, als würde das endlos so weitergehen, ich meine, für viele kommende Jahre.“

TSMC fertigt Chips für Apple, Nvidia, AMD und Qualcomm und produziert den Großteil der weltweit fortschrittlichsten Halbleiter. Die Fabriken in Taiwan sind zu einem Brennpunkt der Spannungen zwischen den USA und China um Technologie und Handel geworden. Wenn TSMC starke Nachfrage meldet und die Ausgaben erhöht, signalisiert das, dass die Unternehmen, die KI-Chips entwerfen, mit jahrelangem Wachstum rechnen, so Ars Technica.

Dieser Optimismus steht monatelangen Spekulationen über eine KI-Blase entgegen. Im November warnte Google-CEO Sundar Pichai vor „Irrationalität“ im KI-Markt und sagte, kein Unternehmen wäre sicher, wenn eine Blase platzt. OpenAIs Sam Altman räumte im August ein, die Investoren seien „überdreht“ und „jemand“ werde eine „phänomenale Summe Geld“ verlieren.

Wei sagte, er habe direkt mit Cloud-Anbietern gesprochen, um die Nachfrage zu prüfen, bevor er die höheren Ausgaben zusagte. „Ich wollte sicher sein, dass die Nachfrage meiner Kunden real ist. Also habe ich mit diesen Cloud-Service-Anbietern gesprochen, mit allen“, sagte er. „Die Antwort hat mich ziemlich zufriedengestellt. Sie haben mir tatsächlich Belege gezeigt, dass KI ihrem Geschäft wirklich hilft.“

Die Zahlen kamen am selben Tag, an dem die USA und Taiwan ein Handelsabkommen abschlossen, das die Zölle auf taiwanische Waren von 20 auf 15 Prozent senkt. Das Abkommen verpflichtet taiwanische Unternehmen zu 250 Milliarden Dollar direkter Investitionen in den USA. TSMC beschleunigt den Ausbau seiner Fabriken in Arizona entsprechend, wie Ars Technica berichtet.

Auf der Speicherseite ist das Bild angespannter. Micron meldete im ersten Geschäftsquartal 2026 einen Rekordumsatz von 13,64 Milliarden Dollar, fast 57 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Unternehmen führt das auf höhere Preise und die gestiegene Nachfrage in KI-Rechenzentren zurück. CEO Sanjay Mehrotra sagte in der Telefonkonferenz, über die Tom's Hardware am 20. Dezember berichtete, die Lieferengpässe würden „über das Kalenderjahr 2026 hinaus“ bestehen bleiben, und Micron arbeite an mehrjährigen Lieferzusagen.

Selbst mit dem Kapazitätsausbau erwartet Micron, nur „die Hälfte bis zwei Drittel“ der Nachfrage seiner wichtigsten Kunden bedienen zu können. Mehrotra sagte, die Kunden seien „besorgt über den langfristigen Zugang zu Speicher“ und reihten sich für mehrjährige Verträge ein, um sich Versorgung zu sichern. Das Unternehmen prognostiziert, dass der gesamte adressierbare Markt für HBM bis 2028 100 Milliarden Dollar erreichen wird und damit den gesamten DRAM-Markt im Kalenderjahr 2024 übertrifft. HBM benötigt dreimal so viel Waferfläche wie DDR5.

Micron baut zwei Fabs in Idaho, die erste soll Mitte 2027 mit der Chipfertigung beginnen. Geplant ist zudem eine Fab in New York, der Spatenstich wird für Anfang 2026 erwartet, die Produktion um 2030. Der DRAM-Mangel treibt die DDR5-Preise weiter nach oben. Der GPU-Anbieter Sapphire sagt, die Preise würden sich in den nächsten sechs bis acht Monaten stabilisieren, während Kingston meint, sie würden „weiter steigen“.

Die beiden Telefonkonferenzen deuten aus entgegengesetzten Enden der Lieferkette in dieselbe Richtung. TSMC gibt Geld aus für eine Nachfrage, die es nach eigenen Angaben bei Cloud-Kunden überprüft hat. Micron verkauft alles, was es herstellen kann, und sagt den Käufern dennoch, dass sie nicht alles bekommen, was sie wollen.

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Quellen

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  1. 01TSMC says AI demand is "endless" after record Q4 earningsEN
  2. 02Micron outlines grim outlook for DRAM supply in first earnings call since killing Crucial memory and SSD brandEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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