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Strombedarf überholt das Netz, Datenlage bleibt lückenhaft

Rechenzentren in Europa verweigern die Offenlegung ihres Strom- und Wasserverbrauchs. Weniger als ein Viertel der größten niederländischen Anlagen veröffentlicht Zahlen, wie eine am 30. September publizierte Studie zeigt.

KonjunkturAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 30. September 20264 Min. LesezeitQuellen 9
Strombedarf überholt das Netz, Datenlage bleibt lückenhaft

Die Ergebnisse stammen aus dem Lighthouse Report, einem Projekt von Trouw und anderen europäischen Medien. Sie fallen mitten in eine Investitionswelle, die die Stromnetze bereits umgestaltet. Die Forscher nutzten ein Jahr lang Informationsfreiheitsgesetze in ganz Europa und erhielten kaum Antworten. In den Niederlanden veröffentlicht weniger als ein Viertel der größeren Rechenzentren Daten zum Strom- und Trinkwasserverbrauch, berichtete NL Times am 30. September.

Die europäische Energieeffizienzrichtlinie verpflichtet Rechenzentren mit einer installierten Leistung von mindestens 500 Kilowatt, ihren Energie- und Wasserverbrauch zu melden. Die Vorschrift gilt seit drei Jahren. In der Praxis halten sich nur wenige daran.

Nach Angaben der Dutch Datacenter Association gab es Ende des vergangenen Jahres 186 kommerzielle Rechenzentren mit einer Kapazität von 500 kW oder mehr in den Niederlanden. Die Netherlands Enterprise Agency, die die Daten für die EU sammelt, hat Informationen nur zu 104 dieser Anlagen. Öffentliche Zahlen zum Stromverbrauch existieren für 44 Zentren, zum Wasserverbrauch für 47. RVO erklärte gegenüber Trouw, man habe zwar weitere Daten zu einigen Zentren, nannte aber keine konkreten Werte.

Statistics Netherlands meldet, dass Rechenzentren in den Niederlanden 2024 5,1 Milliarden Kilowattstunden Strom verbrauchten. Das entspricht 4,6 Prozent des nationalen Verbrauchs, fast eine Verdopplung in fünf Jahren. Der Netzbetreiber TenneT prognostiziert, dass Rechenzentren bis 2030 10 bis 15 Prozent des niederländischen Stroms verbrauchen werden. Daten von RVO zeigten diesen Sommer, dass allein das größte Microsoft-Rechenzentrum in den Niederlanden 1 Prozent des nationalen Stromverbrauchs ausmacht. Google, das zwei große Rechenzentren im Land betreibt, teilt diese Informationen nicht mit.

Der Wasserverbrauch wird auf etwa 0,1 Prozent des niederländischen Gesamtverbrauchs geschätzt. Der Wert ist gering, doch der Bericht weist darauf hin, dass der Klimawandel einen sparsamen Umgang mit Wasser dringlicher macht, während Dürren länger anhalten.

Gleichzeitig wird die Angebotsseite umgebaut

Investitionen warten nicht auf bessere Transparenz. Am Mittwoch sollte US-Präsident Donald Trump rund 200 Milliarden Dollar an südkoreanischen Investitionen in den Vereinigten Staaten vorstellen, darunter etwa 54 Milliarden Dollar für das lange verzögerte Alaska-LNG-Projekt, berichtete Bloomberg News unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen. Seeking Alpha übernahm den Bericht am 30. September. Schiffbau, Energieinfrastruktur und Kernenergie sollen erhebliche Mittel erhalten.

Auf der Prognosefront veröffentlichte Microsoft Research am 30. September eine Arbeit. Sie beschreibt eine Machine-Learning-Pipeline, die das Risiko von Weltraumwetter für 66.935 Umspannwerke im kontinentalen Teil der USA schätzt. Das System kombiniert Sonnenwind-Beobachtungen, Vorhersagen der Indizes Auroral Electrojet und Disturbance Storm Time, die lokale geografische Breite, Geologie und Bodenleitfähigkeit. Während des Auswertungszeitraums erkannte es fast 80 Prozent der größeren Weltraumwetterereignisse. Netzbetreiber können 30 bis 60 Minuten vor einem konkreten Risiko gewarnt werden, so Microsoft Research.

Der Kontext ist ein Netz, dessen Last sich schneller ändert als die Offenlegungsregeln. In Großbritannien hat die Regierung Great British Grid eingerichtet, eine staatliche Einrichtung, die Anschlüsse beschleunigen soll, so GOV.UK. The Guardian prüfte, was der Plan für die Stromrechnungen bedeuten könnte. Transport + Energy berichtete über den Start, FleetNews rahmte ihn um die Elektrifizierung von Fuhrparks. The i Paper fragte, ob er die Energiekosten der Haushalte senken könne. The Burnham Programme beschrieb ihn als öffentliches Kapital, das in das Stromnetz fließt.

Die Elektrifizierung von Fahrzeugen gehört zur selben Lastentwicklung. CleanTechnica berichtete am 30. September, dass die USA im ersten Halbjahr 2026 einen BEV-Anteil von 5,9 Prozent hatten, gegenüber 45 Prozent in China im August und 26 Prozent in Europa im Juli. Am selben Tag berichtete Electrek, dass Toyota einen 1.675 lb schweren Wohnwagen auf seinen elektrischen Hilux am Flugfeld Bentwaters in Suffolk fallen ließ. Es war eine Nachstellung eines Top-Gear-Stunts von 2003, und der Wagen fuhr davon. Der Hilux BEV hat eine 59,2-kWh-Batterie und eine WLTP-Reichweite von bis zu 160 Meilen.

OilPrice.com fragte am 30. September, ob die Welt bis 2035 eine Elektrifizierung von 35 Prozent erreichen kann, und verwies auf die Forderung von IRENA, die Netzinvestitionen auf 1 Billion Dollar pro Jahr zu verdoppeln. Der Marktticker derselben Seite zeigte Brent bei 102,3 Dollar, plus 4,28 Dollar. Hohe Ölpreise haben historisch die Elektrifizierung gestützt, wobei die Kausalität in beide Richtungen läuft.

WIRED und InsideEVs berichteten beide am 29. September über den Range Rover Sport Electric. Beide nennen eine Batterie von 118,5 kWh und eine WLTP-Reichweite von 374 bis 378 Meilen, eine kleine Abweichung, die unterschiedliche Angaben aus derselben Vorstellung widerspiegelt. InsideEVs berichtete, dass das Modell laut einem Unternehmensvertreter nicht als 2027er Modell in die USA kommt.

Asterisk Magazine veröffentlichte am 30. September einen langen Beitrag mit dem Argument, dass die populäre Fürsprache für Handwerksberufe gegenüber dem Studium schwächer sei, als ihre Befürworter nahelegen. Es ist eine nützliche Erinnerung daran, dass das Arbeitskräfteangebot für den Netzausbau selbst eine umstrittene Variable ist.

Was die Woche zusammenhält, ist eine Diskrepanz. Die Bedarfsprognosen sind konkret: 10 bis 15 Prozent des niederländischen Stroms bis 2030, 35 Prozent globale Elektrifizierung bis 2035. Die Offenlegung ist es nicht. Drei Jahre nach Inkrafttreten einer Richtlinie, die Berichte verlangt, sagen die meisten großen europäischen Rechenzentren weiterhin nicht, wie viel Strom sie ziehen.

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Quellen

9
  1. 01Most data centers refusing to say how much water, electricity they useEN
  2. 02Trump set to unveil $200B South Korean U.S. investment planEN
  3. 03Forecasting space weather risks on power gridsEN
  4. 04Is The US Going To End DEAD LAST In Vehicle Electrification?EN
  5. 05Toyota dropped a 1,675 lb caravan on its electric truck, and it drove off unfazedEN
  6. 06Can the World Hit 35% Electrification by 2035?EN
  7. 07Range Rover Sport Electric: Price, Specs, AvailabilityEN
  8. 08The Range Rover Sport Electric Is Here To Take On The Lucid GravityEN
  9. 09So You Think You Could Be an Electrician?EN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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