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Nachtzüge in Europa: Was die neuen Fahrpläne tatsächlich verändert haben

Laut Guardian hat die europäische Fahrplanumstellung im Dezember Warschau erstmals seit 2010 mit einer direkten Nachtverbindung an München angebunden. Gleichzeitig bekamen Paris und Berlin einen während der Pandemie verlorenen Sleeper-Verkehr zurück.

ReisenErklärtSven AlbrechtVeröffentlicht: 28. September 20263 Min. LesezeitQuellen 2
Nachtzüge in Europa: Was die neuen Fahrpläne tatsächlich verändert haben

Die meisten europäischen Bahnbetreiber wechselten am 10. Dezember zu ihren 2024er-Fahrplänen. In Großbritannien waren die Änderungen minimal, Polen und die baltischen Staaten warteten noch eine oder zwei Wochen. Ende November wurde laut Guardian eine neue Hochgeschwindigkeitsstrecke durch die kantabrischen Berge Spaniens eröffnet.

Die Nachtzug-News füllen Lücken, die Tagsverbindungen nie bedienten. Warschau rückte München näher, Berlin Paris, Aachen Salzburg. Keine dieser Städtepaares hatte direkte Tagszüge. Daher schufen die Nachtverbindungen Anbindungen, die auf der Karte zuvor leer waren. Das ist keine kleine Anpassung bestehender Routen. Es ist eine Neuziehung dessen, was ohne Flugzeug möglich ist. Und es geschah leise, in den Kleingedruckten eines Fahrplans, den die meisten Fahrgäste nie lesen.

Die Strecke München nach Warschau

Der nach Warschau fahrende Zug, der am Abend des 10. Dezember München verließ, war laut Guardian die erste direkte Abfahrt aus Bayern nach Polen seit 2010. Dieser einzelne Verkehr eröffnete auch neue Städtepaares. Darunter eine Sleeper-Verbindung von Salzburg nach Krakau, die fast 10 Stunden dauert.

Cat Jones, Geschäftsführerin des flugfreien Anbieters Byway Travel, sagte dem Guardian, die neuen Züge würden im Unternehmen "echte Begeisterung" wecken. "Wir können jetzt Orte in Ferien kombinieren, für die es zuvor keine direkten Züge gab", sagte sie. Sie verwies auf die Verbindung Salzburg-Krakau als Chance, zwei sehr unterschiedliche Städte zu verbinden.

Nicht jede Änderung fügt einen Zug hinzu. Aarhus verlor seinen zweimal täglich verkehrenden Direktzug nach Hamburg. Ersetzt wurde er durch eine Anschlussverbindung alle zwei Stunden mit Umstieg am selben Bahnsteig in Kolding. Der Guardian merkt an, dass diese Verbindung die Fahrgäste schneller nach Hamburg bringt als die früheren Direktzüge. Nürnberg, lange ein Sprungbrett für tschechische Ziele, ging von fünf Direktzügen täglich nach Tschechien auf null.

Frankreich, Deutschland, die Niederlande

Frankreich, wo Le Monde 2016 den Nachtzug für beendet erklärte, fährt nun an einigen Nächten eine Verbindung von Béziers und Montpellier nach Paris. Die Linie Aurillac-Paris hat gar keine konkurrierende direkte Tagsverbindung. Französische Nachtzüge haben keine Schlafwagen. Fahrgäste wählen zwischen einem verstellbaren Sitz und einer Koje, mit Fahrpreisen ab 19 € und 29 €.

Anderswo gewann Dresden Sleeper-Anbindungen nach Budapest, Wien und Graz. Alle drei Ziele hatten bereits Tagszüge. Die Fahrt von Berlin nach Amsterdam wurde um 30 Minuten verkürzt und dauert nun unter sechs Stunden. Die direkten Tagszüge von Krakau nach Wien und Berlin verdoppelten sich von eins auf zwei. Und Wrocław erhielt einen neuen frühmorgendlichen Direktzug nach Wien mit Rückfahrt am späten Nachmittag.

Es gibt einen zweiten direkten Zug von Wien nach der Ukraine. Neben dem langjährigen Euronight-Verkehr nach Kiew befördert die morgendliche Abfahrt von Wien nach Rumänien nun auch Durchgangswagen nach Chop in der ukrainischen Region Transkarpatien. Der tschechische Privatbetreiber RegioJet soll eine nächtliche Verbindung von Prag nach Chop ab Anfang 2024 prüfen.

Warum Kosten immer wieder auftauchen

Neue Routen lösen die Preisfrage nicht. Eine separate Analyse der Rail Delivery Group, veröffentlicht im Februar 2024, fand heraus, dass auf den Top-100-Geschäftsreisen ein Diesel- oder Benzinauto neunmal mehr Kohlenstoff produzierte als die Zugreise. Ein Plug-in-Hybrid emittierte viermal mehr, ein batterieelektrisches Auto fast zweieinhalbmal mehr. Auf der Strecke Edinburgh nach London Kings Cross betrugen die Werte 116kg CO2 im Dieselauto, 31.8kg im Batterieauto und 12.7kg pro Person mit dem Zug.

Umweltaktivisten wiesen darauf hin, dass die grünsten Routen nicht die billigsten waren. Einzelfahrten bei LNER, dem Hauptbetreiber dieser Strecke, kosteten ohne Vorabbuchung 183 £. Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch eines kleinen Benzinautos über die 400 Meilen betrug rund 50 £. Michael Solomon Williams von der Stiftung Campaign for Better Transport sagte, der Schienenverkehr werde "mit der Elektrifizierung weiterer Strecken noch grüner" und "oft auch schneller". Die Priorität sei jedoch, ihn billiger zu machen.

Die Zugpreise in England stiegen am darauffolgenden Sonntag um 4,9 %.

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Quellen

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  1. 01Night trains and border crossings: Europe's best new rail routesEN
  2. 02Electric cars produce twice as much CO₂ as trains, says rail group dataEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Sven Albrecht

Sven Albrecht

Sport, Auto und Reisen

Sven Albrecht schreibt für FLASH24 über Sport, Autos und Reisen und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Streckenprotokolle und offizielle Ergebnisse. Bei Testwagen vergleicht er Normverbrauch mit realen Messwerten und prüft Drehmomentkurven sowie Akkukapazitäten. Er spricht mit Werkstattmeistern, Rennkommissaren und Bahnbetreibern und wartet auf den Fahrplanwechsel, um Verbindungen quer durch Europa zu vergleichen. Privat fährt er Elektroautos, schraubt in der Garage und plant Bahnstrecken quer durch Europa. Unbelegte Zahlen veröffentlicht er nicht.

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