Lebensmittelzusatzstoffe: über 300 Stoffe, neues Gutachten zu E 962
In der EU sind mehr als 300 Lebensmittelzusatzstoffe zugelassen. Am 10. September 2026 erklärte die EFSA das Salz aus Aspartam und Acesulfam (E 962) bei der aktuellen Exposition für sicher.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) führt eine öffentliche Liste der Zusatzstoffe. Demnach sind in der EU über 300 Stoffe für Lebensmittel freigegeben. Die EFSA hat die meisten selbst bewertet, die übrigen übernahm der Wissenschaftliche Ausschuss für Lebensmittel der Kommission. Jeder Stoff trägt eine E-Nummer: Vitamin C ist E 300, Pektin E 440, Lycopin E 160d(ii), Lecithin E 322. Karmin (E 120) stammt aus Insekten, genauer aus Schildläusen. Calciumcarbonat (E 170) wird aus gemahlenem Kalkstein gewonnen. Synthetisches Lycopin hat die Nummer E 160d(i).
Drei Verordnungen bilden den rechtlichen Rahmen. Die Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 legt die allgemeinen Anforderungen an die sichere Verwendung fest und enthält die Unionsliste der zugelassenen Stoffe mit den Bedingungen. Die Verordnung (EU) Nr. 231/2012 regelt die Spezifikationen. Die Verordnung (EG) Nr. 1331/2008 führt ein gemeinsames Zulassungsverfahren ein. Die Verordnung (EU) Nr. 257/2010 verpflichtet die EFSA, alle vor dem 20. Januar 2009 zugelassenen Zusatzstoffe erneut zu bewerten. Das Gremium für Lebensmittelzusatzstoffe und Aromen (FAF) arbeitet seit Juli 2018 bei der EFSA.
Was sich 2026 geändert hat
Die jüngsten Einträge in der Unionsliste nach Bewertung durch die EFSA sind E 960b (Steviolglycoside aus Fermentation), E 345(i) (Trimagnesiumcitrat) und E 267 (gepufferter Essig). Parallel läuft die Neubewertung älterer Stoffe. Zuletzt betraf sie unter anderem E 174 (Silber) sowie E 472a, E 472b, E 472d, E 472e, E 472f und E 472c. Dabei handelt es sich um Ester organischer Säuren mit Mono- und Diglyceriden von Fettsäuren.
Zwei Daten aus dem Jahr 2026 sind für die Alltagsküche relevant. Am 10. September veröffentlichte die EFSA ihr Gutachten zur Neubewertung des Salzes aus Aspartam und Acesulfam (E 962). Der Stoff sei bei der derzeitigen Exposition der Verbraucher sicher, teilte die Behörde mit. Am 17. September erschien das Gutachten zu Rebaudiosid M. Drei Tage zuvor hatte die Behörde das wissenschaftliche Gutachten aus der Überprüfung einer Aromengruppe (Flavouring Group Evaluation 216) veröffentlicht.
Union und Vereinigte Staaten
Die Europäische Kommission betont in ihrem Material, dass ein Zusatzstoff nur dann in Lebensmittel gelangen darf, wenn er zugelassen und in die Positivliste aufgenommen wurde. Er muss außerdem eine konkrete Funktion erfüllen: konservieren, färben, süßen, vor Oxidation schützen oder die Backqualität verbessern. Im Februar 2026 veröffentlichte die Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit dazu ein Informationsblatt.
Die Vereinigten Staaten führen ihr eigenes Verzeichnis. Die Food and Drug Administration (FDA) stellt das Inventar „Substances Added to Food“ bereit, früher bekannt als EAFUS, und verweist alle, die nach dem Status eines Zusatzstoffs fragen, darauf. Die Seite trägt das Datum der Aktualisierung 2. Juli 2024. Die europäische und die amerikanische Liste sind zwei getrennte Systeme. Derselbe Stoff kann in der einen Region zugelassen und in der anderen nicht zugelassen sein.
Was die Verbraucher dazu sagen
Das deutsche Portal heise.de weist auf die andere Seite der Regulierung hin: die öffentliche Meinung. In einer Zusammenfassung von Threads über Lebensmittel hält das Portal fest, dass es gegenüber modernen Technologien im Essen weiterhin viele Vorbehalte gibt. Sie betreffen Geschmack, Gesundheit, Tierwohl und Nachhaltigkeit, und die Unterschiede zeigen sich zwischen den Generationen. Die Liste der zugelassenen Zusatzstoffe ist damit ein technisches Dokument, doch ihre gesellschaftliche Wahrnehmung folgt einer eigenen Logik.
Quellen
4- 01EFSA: Food additivesEN
- 02heise online — Thema LebensmittelDE
- 03European Commission: Additives — Food SafetyEN
- 04FDA: Food Additive Status ListEN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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