Helion meldet erstes privates D-T-Fusionsplasma und 150 Millionen Grad
Laut Helion ist der Prototyp Polaris die erste privat entwickelte Fusionsmaschine, die mit Deuterium-Tritium-Brennstoff läuft und Plasmatemperaturen von 150 Millionen Grad Celsius erreicht. Das Unternehmen aus Washington meldete beide Premieren am 13. Februar 2026.

Das Unternehmen mit Sitz in Everett, Washington, teilte mit, dass Polaris, der Prototyp der siebten Generation, beide Meilensteine während einer Testkampagne erreichte, die im Januar begann. Laut der Ankündigung von Helion nahm die Maschine Ende 2024 den Betrieb auf.
Die D-T-Fusion ist die Reaktion, auf die sich Mainstream-Fusionsprojekte seit Jahrzehnten konzentrieren, da sie bei niedrigeren Temperaturen zündet als die meisten Alternativen. Helion erklärt, die Kampagne habe gezeigt, dass die Anlage mit mehreren Brennstoffen betrieben werden kann. Zudem sei das Unternehmen das erste, das eine behördliche Genehmigung erhielt, Tritium zu besitzen und einzusetzen, um die Erzeugung von Fusionsenergie nachzuweisen.
„Wir sind überzeugt, dass der sicherste Weg zur Kommerzialisierung der Fusion darin besteht, so schnell wie möglich zu bauen, zu lernen und zu iterieren“, sagte David Kirtley, Mitgründer und CEO von Helion, in der Ankündigung. „Wir haben sieben Prototypen gebaut und betrieben und dabei jedes Mal ehrgeizigere technische und ingenieurtechnische Ziele gesetzt und übertroffen.“
Zwei externe Forscher prüften die Diagnosedaten für das Unternehmen und werden in der Pressemitteilung zitiert. Ryan McBride, ein Spezialist für Trägheitsfusion und gepulste Leistung, der am Sandia National Laboratories und an der University of Michigan gearbeitet hat, sagte, er sehe „Belege für D-T-Fusion und Temperaturen über 13 keV oder 150 Millionen Grad Celsius“. Alan Hoffman, der über 40 Jahre Erfahrung mit Plasmen in feldumgekehrter Konfiguration hat und die frühen FRC-Arbeiten an der University of Washington leitete, erklärte, er sehe die Technologie weiter skalieren.
Die Marke von 150 Millionen Grad übertrifft den eigenen Rekord von Helion, der bei 100 Millionen Grad Celsius lag und vom Prototyp der sechsten Generation, Trenta, aufgestellt wurde. In der Branche gelten 100 Millionen Grad Celsius als Schwelle für eine kommerziell relevante Maschine.
Jean Paul Allain, Associate Director für Fusion Energy Sciences im Office of Science des Energieministeriums, nannte die Ergebnisse in derselben Pressemitteilung „starken Fortschritt“. „Unsere Fähigkeit, Fusion ins Netz zu bringen, erfordert Ansätze, die schnelle Zyklen in Entwicklung und Test ermöglichen“, sagte er.
Keines dieser Ergebnisse stammt aus einem Kraftwerk. D-T ist eine Zwischenstufe im Testprogramm von Polaris: Helion will die Temperaturen weiter erhöhen, um zu zeigen, dass die Anlage zuverlässig mit Deuterium-Helium-3 läuft, dem Brennstoff für den kommerziellen Betrieb. Eine Unternehmenserklärung zu einem Meilenstein ist nicht dasselbe wie eine unabhängige, von Fachleuten geprüfte Messung, und Helion hat den vollständigen Diagnosedatensatz nicht veröffentlicht.
Helion begann im Juli 2025 mit dem Bau am Standort von Orion, seiner ersten kommerziellen Maschine, in Malaga, Washington. Dieses Kraftwerk soll Fusionsstrom für Microsoft ins Netz einspeisen. Wann Orion fertig sein wird und was es kosten wird, hat das Unternehmen nicht mitgeteilt.
Die Ankündigung kommt zu einer Zeit, in der private Fusionsunternehmen gegen ein viel größeres öffentlich finanziertes Projekt antreten. ITER, der internationale Tokamak im Bau in Südfrankreich, soll laut CNET schätzungsweise 22 Milliarden Dollar kosten und ist darauf ausgelegt, Plasma bei 150 Millionen Grad Celsius einzuschließen. Risse in der Rohrleitung seines Hitzeschilds aus dem Jahr 2020, zusammen mit Schweißverformungen und Störungen durch COVID-19, verzögerten den Zeitplan und verursachten 5 Milliarden Dollar zusätzliche Reparaturkosten, berichtete CNET.
Javier Artola, ein Wissenschaftler, der das Plasmaverhalten von ITER modelliert, sagte gegenüber CNET, das Projekt sei offen: „Das ist ein öffentlich finanziertes Projekt. Es ist das Wissen der Welt.“ Laban Coblentz, der leitende strategische Berater von ITER, beschrieb die Zusammenarbeit von China, Russland, den USA, Europa, Korea, Indien und Japan als „entweder genial oder wahnsinnig“.
Privates Geld fließt weiterhin in den Sektor. Thea Energy, ein Stellarator-Unternehmen, das 2022 aus der Princeton University und dem Princeton Plasma Physics Laboratory ausgegründet wurde, gab am 27. Mai 2026 bekannt, 100 Millionen Dollar in einer Serie-B-Finanzierung unter Führung von USIT eingesammelt zu haben. Beteiligt waren unter anderem General Innovation Capital Partners und Linse Capital. Das Unternehmen erklärte, das Geld solle die Magnetherstellung ausbauen, einschließlich einer zweiten Fabrik im Norden von New Jersey, und die Standortwahl sowie den Bau von Eos unterstützen, einem großen integrierten Stellarator.
Thea gibt an, der erste Empfänger einer Zertifizierung des Energieministeriums für den Meilenstein seines vorkonzeptionellen Entwurfs Helios im Milestone-Based Fusion Development Program zu sein. Das Unternehmen will noch vor Ende des Jahrzehnts mit dem Bau des ersten Kraftwerks Helios beginnen und führt nach eigenen Angaben Gespräche mit mehr als einem Dutzend potenziellen Stromabnehmern, Hyperscalern und Versorgungsunternehmen.
Auch andere Ansätze melden eigene Premieren. Realta Fusion teilte mit, am 19. Juni 2026 gemeinsam mit der University of Wisconsin-Madison als erstes privates Fusionsunternehmen die direkte Umwandlung von kinetischer Plasmaenergie in Elektrizität nachgewiesen zu haben, an der Spiegelanlage WHAM. Der einstufige Wandler zog mehrere Ampere bei rund 100 Volt, genug, um ein paar Glühbirnen zu betreiben. Realta stellte ausdrücklich klar, dass dies weder Netto-Stromerzeugung noch eine Umwandlung von Fusionsleistung im großen Maßstab ist.
Die Zahlen von Helion sind ein Datenpunkt, kein Endpunkt. Das Unternehmen muss noch den D-He3-Betrieb zeigen und die Maschine bauen, die Strom verkauft.
Quellen
4- 01Helion Achieves New Fusion Energy MilestonesEN
- 02A look inside ITER, the world's largest fusion energy projectEN
- 03Thea Energy Raises $100M Series B Funding to Build Scalable Fusion Power PlantsEN
- 04A Fusion First: Realta Demos Direct Energy ConversionEN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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