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Helion mit D-T, Realta mit Direktumwandlung: Zwei private Fusionsergebnisse

Helion meldet, sein Prototyp Polaris sei die erste privat entwickelte Fusionsmaschine, die mit Deuterium-Tritium läuft und 150 Millionen Grad Celsius erreicht. Realta Fusion berichtet, Plasmaenergie direkt in Strom umgewandelt zu haben.

WissenschaftAnalyseHanna VogtVeröffentlicht: 27. September 20263 Min. LesezeitQuellen 4
Helion mit D-T, Realta mit Direktumwandlung: Zwei private Fusionsergebnisse

Zwei private Fusionsunternehmen haben ihre Ergebnisse mit Monaten Abstand veröffentlicht. Helion schreibt in einem Beitrag vom 13. Februar 2026, Polaris habe messbare Deuterium-Tritium-Fusion (D-T) und Plasmatemperaturen von 150 Millionen Grad Celsius gezeigt. Realta Fusion berichtet am 1. Juli 2026, am 19. Juni an der Anlage WHAM der University of Wisconsin-Madison als erste private Fusionsfirma kinetische Plasmaenergie direkt in Elektrizität umgewandelt zu haben. Nettoelektrizität beansprucht keines der beiden Unternehmen. In beiden Fällen lohnt der Blick ins Kleingedruckte.

Helion bleibt in der eigenen Darstellung vorsichtig, was die D-T-Kampagne belegt und was nicht. Polaris, der siebte Prototyp des Unternehmens, ging Ende 2024 in Betrieb. Im Januar war die Maschine laut Helion die erste und derzeit einzige private Fusionsanlage, die mit Deuterium-Tritium-Brennstoff arbeitet. Helion gibt an, als erstes Unternehmen die behördliche Genehmigung erhalten zu haben, Tritium zu besitzen und für den Nachweis der Fusionsenergieerzeugung einzusetzen. Der D-T-Betrieb ist ein Schritt im Testprogramm von Polaris, nicht das Ziel. Helion will die Temperaturen weiter erhöhen, bis die optimalen Bedingungen für die Deuterium-Helium-3-Fusion erreicht sind, den Brennstoff, der kommerziell genutzt werden soll.

Die 150 Millionen Grad verdoppeln den bisherigen Wert von Helion. Das Unternehmen übertroff seinen eigenen Branchenrekord von 100 Millionen Grad Celsius, den Trenta, der sechste Prototyp, aufgestellt hatte. 100 Millionen Grad gelten in der Branche als Schwelle für eine kommerziell relevante Fusionsmaschine.

Neben den eigenen Angaben veröffentlichte Helion auch externe Stimmen. Jean Paul Allain, Associate Director for Fusion Energy Sciences im Office of Science des Energieministeriums, zeigte sich beeindruckt von "the pace at which we are de-risking our path to fusion commercialization" und verwies auf "record-setting temperatures and gains from the fuel mix in their system". Ryan McBride, der an der Trägheitsfusion und gepulster Leistung gearbeitet hat und bei den Sandia National Laboratories eine Abteilungsleiterstelle innehatte, nannte den Nachweis von D-T-Fusion und Temperaturen über 13 keV oder 150 Millionen Grad Celsius nach Prüfung der Diagnosedaten "exciting".

Das Ergebnis von Realta ist ein anderer Meilenstein, und das Unternehmen benennt seine Grenzen ungewöhnlich klar. Bei der direkten Energieumwandlung bremst ein elektrostatisches Potenzial geladene Teilchen ab, die den Verlustkegel des Spiegels verlassen, und wandelt ihre kinetische Energie in Strom um. An WHAM zog ein einstufiger Konverter aus drei gitterartigen Elektroden mehrere Ampere bei rund 100 Volt, genug für ein paar Glühbirnen, so Realta. Das Unternehmen stellt ausdrücklich fest, dass dies weder Nettoelektrizitätserzeugung noch eine Umwandlung von Fusionsleistung im großen Maßstab ist und dass diese Meilensteine künftigen Anlagen vorbehalten bleiben.

Der Kontext ist für beide wichtig. Ein Blick von CNET im Mai 2026 in ITER beschreibt eine öffentlich finanzierte Anlage für 22 Milliarden Dollar, die nach Rissen in den Rohrleitungen der Hitzeschilde im Jahr 2020 jahrelange Verzögerungen hinnehmen musste. Private Start-ups haben sich seither vermehrt, und viele hoffen, ITER bei wichtigen Meilensteinen zu überholen. Laban Coblentz, leitender strategischer Berater von ITER, wird mit den Worten zitiert, die Wissenschaft werde geteilt: "It is the knowledge of the world", so Javier Artola, ein Wissenschaftler, der das Plasma von ITER modelliert.

Geld fließt unabhängig davon in den privaten Sektor. Thea Energy gab am 27. Mai 2026 bekannt, eine Series B über 100 Millionen Dollar unter der Führung von USIT eingesammelt zu haben, mit Beteiligung von General Innovation Capital Partners und Linse Capital, um die Magnetherstellung auszubauen und den integrierten Stellarator Eos zu bauen. Helions eigener Weg zum Netz führt über Orion, die erste kommerzielle Maschine. Das Unternehmen begann nach eigenen Angaben im Juli 2025 in Malaga, Washington, mit dem Bau, um Fusionsstrom an Microsoft zu liefern.

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Quellen

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  1. 01Helion Achieves New Fusion Energy MilestonesEN
  2. 02A look inside ITER, the world's largest fusion energy projectEN
  3. 03Thea Energy Raises $100M Series B Funding to Build Scalable Fusion Power PlantsEN
  4. 04A Fusion First: Realta Demos Direct Energy ConversionEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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