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Wie China mit Autos, Code und Batterien den Westen unter Druck setzt

Chinas Vorstoß von Elektroautos über Open-Source-KI bis zu Batterien hat sich vom industriellen Aufholen zu einem Hebel über westliche Lieferketten entwickelt. Das zeigen Berichte, die zwischen Juli und September 2026 veröffentlicht wurden.

WeltErklärtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 28. September 20264 Min. LesezeitQuellen 6
Wie China mit Autos, Code und Batterien den Westen unter Druck setzt

Der Anknüpfungspunkt ist kein einzelnes Ereignis, sondern ein Muster. Im Juni legte die BYD Zhengzhou, ein eigens für den LNG-Antrieb gebautes Massengutfrachtschiff, auf ihrer ersten Reise nach Australien im Hafen von Melbourne an. An Bord: 5.000 neu gebaute Elektrofahrzeuge. RNZ berichtete am 24. Juli darüber, in einer Analyse von Ian Verrender, dem Chefgeschäftskorrespondenten des ABC. Es war die größte einzelne EV-Lieferung nach Australien, die je verzeichnet wurde.

Diese Lieferung ist der Einstieg in eine größere Geschichte.

Zuerst die Autos

Australien hat seit dem Ende seiner heimischen Autoindustrie vor einem Jahrzehnt keine eigene Branche mehr und kaum Handelsbarrieren. Das Land dient als Lackmustest. Im ersten Halbjahr dieses Jahres sanken die Verkäufe aller großen japanischen Hersteller, nur Honda ausgenommen: Mazda verlor 17 Prozent, Toyota 21 Prozent, Subaru und Mitsubishi je 25 Prozent, Nissan 32 Prozent. Chinesische Marken legten von einer viel kleineren Basis aus zu: BYD stieg um 124 Prozent, Chery um 77 Prozent, Geely um 495 Prozent. Im vergangenen Monat waren fast ein Viertel aller in Australien verkauften Autos vollelektrisch, ein Jahr zuvor lag der Anteil bei 7 Prozent.

Riz Akhtar, Gründer der Forschungsgruppe carloop, sagte dem ABC, sein eigenes in China gebautes EV koste rund 40.000 A$. Ein vergleichbares japanisches oder europäisches Fahrzeug wäre mehr als 25 Prozent teurer. „Consumers aren't stupid. They're not going to spend money they don't need to“, sagte er. Toyota-Vizechef Koji Sato war bei einem Zulieferertreffen im März deutlicher: „Unless things change, we will not survive.“

Hinter der Markenpolitik steht eine bewusste Industriepolitik. China ermutigte Batterieunternehmen wie BYD bereits im Jahr 2000, in die Automobilbranche einzusteigen, pumpte 2009 Geld in das Projekt und baute eine Dominanz bei der Raffination von Lithium, Kobalt, Mangan und Graphit auf. Laut der RNZ-Analyse entfallen heute 90 Prozent der weltweiten Batterieproduktion auf das Land.

Dann der Code

Dieselbe Logik zieht sich durch die Software. In einem Beitrag für The Conversation vom 15. August beschreibt ein China-Experte und Open-Source-Forscher, wie Peking die Open-Source-Entwicklung in die nationale Technologiestrategie einband. Dazu gehören die staatlich gelenkte OpenAtom Foundation, Gitee als inländische Alternative zu GitHub sowie die Betriebssysteme openKylin und openEuler. Huawei war nach der Aufnahme in eine schwarze Liste von lizenzierten Google-Diensten abgeschnitten. Der Konzern nutzte den Open-Source-Code von Android, um seine Telefone am Leben zu halten, bevor er HarmonyOS NEXT entwickelte und OpenHarmony veröffentlichte.

Das eigentliche Ziel ist jetzt künstliche Intelligenz. Große chinesische Modelle wie Qwen, DeepSeek, Kimi und GLM sind in der Regel Open-Weight, aber nicht vollständig Open-Source. Das bedeutet: Die Gewichte werden veröffentlicht, die Trainingsdaten und Methoden nicht. Die Lizenzierung fügt eine weitere Ebene hinzu. Die Lizenz von Moonshots Kimi K3 verlangt von großen Lizenznehmern, den Modellnamen prominent anzuzeigen. Zweisprachige Lizenzen, die unter chinesischer Regierungsführung entwickelt wurden, wie die Mulan Permissive Software License 2.0, räumen bei Streitigkeiten der chinesischsprachigen Version Vorrang ein.

„We have to be careful in both ways. We don't want to restrict them when all of a sudden we come in second to China“, sagte Donald Trump, laut The Guardian.

Dieses Zitat, über das The Guardian am 1. August berichtete, zeigt die Spaltung in Washington. MIT Technology Review berichtete am 20. Juli, dass David Sacks, Trumps KI- und Krypto-Beauftragter bis März, die Modelle von Anthropic als „lobotomized“ und „woke“ bezeichnete. Pentagon-Beamter Emil Michael nannte einen OpenAI-Manager „supreme village idiot“. Auslöser war Kimi, ein kostenloses Modell von Moonshot, das mit bezahlten US-Systemen zu konkurrieren schien. The Guardian ergänzte, dass Microsoft, Nvidia, Palantir und Meta einen Brief unterzeichneten, in dem sie Gesetzgeber aufforderten, offene Modelle nicht zu beschränken. Nvidias Jensen Huang ging zum Lobbyieren in dieser Frage zum Capitol.

Batterien und die Kosten der Abnabelung

Dann ist da die Hardware. MIT Technology Review berichtete am 10. September, dass eine Executive Order von Ende August einen nationalen Notstand erklärte und chinesische Batterien für netzgekoppelte Speicher faktisch verbot. Zuvor waren die Zölle im Januar von 7,5 Prozent auf 25 Prozent gestiegen. Regeln schreiben zudem vor, dass ab 2026 55 Prozent der Materialkosten für neue Speicherprojekte aus Ländern außerhalb Chinas und anderer eingeschränkter Staaten stammen müssen. BloombergNEF erwartet kurzfristige Verzögerungen; Analyst Isshu Kikuma sagte, im schlimmsten Fall könnten Projekte gestrichen werden. In den USA hergestellte Zellen bleiben deutlich teurer, und die heimische Versorgung dürfte die Nachfrage erst später in den 2030er Jahren decken.

Auch die juristische Front ist aktiv. Der US-Prozess gegen Huawei begann am Mittwoch im Bundesgericht in Brooklyn, wie The Guardian am 11. September berichtete. Justizbeamter Taylor Stout warf dem Unternehmen vor, sich verschworen zu haben, um Geschäftsgeheimnisse von fünf US-Firmen zu stehlen, darunter Cisco und T-Mobile. Verteidiger Brian Heberlig nannte es „competition, not conspiracy.“

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Quellen

6
  1. 01How China won the car wars with cheap EVs loaded with technologyEN
  2. 02China is shaping the future of open-source technology - including AIEN
  3. 03China's AI models have Trump's AI world at war with itselfEN
  4. 04China's tech advances are causing chaos from Silicon Valley to the White HouseEN
  5. 05China's Huawei branded a criminal enterprise as tech firm's US trial opensEN
  6. 06Can the US battery market untangle from China?EN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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