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Weltbank: KI kann das polnische BIP bis 2035 um zwölf Prozent heben

Laut einem Bericht der Weltbank wird die Verbreitung von KI das polnische BIP bis 2035 um zwölf Prozent steigern. Im selben Zeitraum fallen jedoch zwischen 3.000 und 341.000 Arbeitsplätze weg. Der entscheidende Faktor ist die Mobilität der Beschäftigten.

KonjunkturAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 26. September 20265 Min. LesezeitQuellen 2
Weltbank: KI kann das polnische BIP bis 2035 um zwölf Prozent heben

Der Bericht der Weltbank, über den Forsal.pl berichtet, beleuchtet zwei Seiten desselben Vorgangs. Erstens das Wachstum: Die Verbreitung künstlicher Intelligenz soll das polnische BIP bis 2035 um zwölf Prozent heben. Zweitens die strukturellen Kosten, die sich sehr ungleich auf die Branchen verteilen.

Am stärksten betroffen sind Finanzdienstleistungen und Versicherungen. Dort kann die Beschäftigung um fast 24 Prozent sinken. Auch bei Programmierern und in der IT-Dienstleistung erwartet die Weltbank einen Rückgang der Stellen. Auf der anderen Seite der Bilanz steht das Bauwesen, wo die Autoren mit fast 19 Prozent mehr Erwerbstätigen rechnen.

Die Größe des Nettoeffekts hängt von einer einzigen Variablen ab: der Mobilität der Arbeitskräfte. Bei hoher Mobilität schätzt die Bank den Rückgang auf 3.000 Stellen. Bei niedriger Mobilität führt derselbe Mechanismus zu 341.000 Arbeitsplätzen weniger. Das ist ein Unterschied von zwei Größenordnungen und die wichtigste Zahl im gesamten Bericht.

Der dritte Aspekt betrifft den Haushalt. Die KI-Revolution wird die Einnahmen aus der Einkommensteuer und den Sozialversicherungsbeiträgen senken. Für 2026 schätzt der Bericht den Rückgang auf 0,2 Prozent beziehungsweise 0,6 Prozent des BIP. In die entgegengesetzte Richtung wirken die Unternehmenssteuer mit plus 0,1 Prozent des BIP und die Mehrwertsteuer mit plus 0,3 Prozent des BIP.

Der polnische Bericht fügt sich in ein größeres Bild ein, das die OECD in ihrem September-Bericht gezeichnet hat. Die Organisation hob ihre Prognosen für das kurzfristige Wachstum an. Zugleich wies sie darauf hin, dass die Dynamik in den G20-Volkswirtschaften weiterhin von Ausgaben und Produktion im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz getragen werde. Diese würden „oft die relativ schwachen Investitionen in anderen Bereichen des Unternehmenssektors überwiegen“.

Diese Asymmetrie ist der interessanteste Punkt. KI ist heute einer der wenigen Motoren privater Investitionen, die nicht nachgelassen haben. Gleichzeitig übt genau sie Druck auf den Arbeitsmarkt und die öffentlichen Finanzen aus. Für die Wirtschaftspolitik bedeutet das: Wer nur das BIP-Wachstum betrachtet, erfährt wenig darüber, was mit den Steuern geschieht und mit den Menschen in Berufen, die ein Modell billiger erledigt.

Der Bericht der Weltbank beschränkt sich nicht auf das Gesamtergebnis. Die Autoren analysieren die Beschäftigungsstruktur und zeigen, dass die Beschäftigten in Finanz- und Versicherungsdienstleistungen die Veränderung am stärksten spüren: Die Beschäftigung in dieser Branche kann um fast 24 Prozent sinken. Auf der anderen Seite steht das Bauwesen, das knapp 19 Prozent neue Arbeitsplätze gewinnen würde, vor allem durch Investitionen in Rechen- und Energieinfrastruktur.

Wie stark der Nettoeffekt ausfällt, hängt von der Mobilität der Beschäftigten ab. Bei hoher Mobilität und einem fließenden Wechsel zwischen den Sektoren bleibt die Beschäftigung im Modell nahezu unverändert: nur etwa 3.000 Arbeitsplätze. Bei niedriger Mobilität bedeutet dasselbe Szenario einen Verlust von rund 341.000 Stellen. Die Schlussfolgerung für die Wirtschaftspolitik ist eindeutig: Über das Ergebnis entscheidet nicht die Technologie allein, sondern das System der Umschulung und Unterstützung beim Berufswechsel.

Auch das fiskalische Bild ist konkret. Im Jahr 2026 sollen die Einnahmen aus der Einkommensteuer um 0,2 Prozent des BIP sinken, die aus den Sozialversicherungsbeiträgen um 0,6 Prozent des BIP. Im selben Szenario stiege die Körperschaftsteuer um 0,1 Prozent des BIP und die Mehrwertsteuer um 0,3 Prozent des BIP. Ein Teil der freigesetzten Beschäftigten würde in andere, konsumnähere Beschäftigungswege wechseln, während die Gewinne von den Unternehmen verbucht würden, die die Modelle einsetzen.

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Quellen

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  1. 01AI a gospodarka Polski: PKB w górę 12% do 2035 – raport Banku ŚwiatowegoPL
  2. 02Światowa gospodarka urośnie szybciej, niż zakładano. OECD ostrzegaPL

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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