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Torlinientechnik: 250.000 Pfund pro Stadion und ein lauter Fehler

Die IFAB ließ die Torlinienmessung im Juli 2012 zu. Ein Jahr später zahlte die Premier League 15.000 Pfund pro Klub und rund 250.000 Pfund pro Stadion. Trotzdem versagte das System einmal.

SportErklärtJonas WeberVeröffentlicht: 16. September 20265 Min. LesezeitQuellen 2
Torlinientechnik: 250.000 Pfund pro Stadion und ein lauter Fehler

Die Torlinientechnik ersetzt den Schiedsrichter nicht. Sie hilft ihm, zu entscheiden, ob der Ball die Torlinie vollständig überquert hat. Das International Football Association Board (IFAB) genehmigte den Einsatz im Juli 2012. Die Regeln wurden so geändert, dass die Technik erlaubt, aber nicht vorgeschrieben ist.

Der Grund für die Zulassung statt einer Pflicht: die Kosten. Vor der Saison 2013/14 entschied sich die Premier League, das System in allen zwanzig Stadien der höchsten Klasse zu installieren. Jeder Klub zahlte 15.000 Pfund an die FIFA für Installation, Tests und das „FIFA-Qualitätssiegel“. Die Gesamtkosten für eine Anlage beliefen sich auf etwa 250.000 Pfund. Für jedes weitere Spiel erhob die FIFA erneut 15.000 Pfund. Deshalb kommt die Torlinientechnik nur auf höchster Wettbewerbsebene zum Einsatz.

Die erste Entscheidung und ein Fehler

Das erste Tor in der englischen Premier League, das eindeutig dank dieses Systems anerkannt wurde, erzielte Edin Džeko für Manchester City. Geschichte schrieb auch das Versagen der Technik. Im Spiel Blackburn gegen Blackpool hob Yuta Nakayama den Ball über die Torlinie, bevor Daniel Grimshaw klären konnte. Das System meldete kein Tor. Der Schiedsrichter erkannte es nicht an. Das Spiel endete 0:1. Die englische Liga erklärte am nächsten Tag, die Entscheidung des Schiedsrichters sei endgültig und das Ergebnis bleibe bestehen.

Diese Situation zeigt den Kern des Problems. Die Technik sagt dem Schiedsrichter nicht, was er tun soll. Sie liefert einen Messwert, die Entscheidung bleibt menschlich. Ist der Messwert falsch oder unvollständig, trifft der Unparteiische eine falsche Entscheidung. Dabei ist er überzeugt, im Einklang mit der Technik zu handeln.

Verschiedene Ligen, verschiedene Systeme

Die Einführungen verliefen ungleichmäßig. Die deutsche Bundesliga übernahm die Torlinientechnik zur Saison 2015/16 und wählte das günstigere Hawk-Eye-System. Zwei deutsche Technologien lehnte sie ab. Die Ligue 1 führte in derselben Saison das System GoalControl ein und wechselte 2018 zu Hawk-Eye.

Frühere Experimente überzeugten nicht. Getestet wurde ein Ball mit implantiertem Mikrochip, der nach dem Überqueren der Linie ein Signal an den Schiedsrichter senden sollte. Diese Tests liefen bereits bei der U-17-Weltmeisterschaft in Peru. Der damalige FIFA-Präsident Sepp Blatter sagte, die Beweise seien nicht klar gewesen. Im Jahr 2012 arbeitete das Hawk-Eye-System im Spiel um den Hampshire Senior Cup im St Mary’s Stadium in Southampton, allerdings ausschließlich im Testbetrieb. Die Messwerte erhielt eine unabhängige Testagentur der FIFA, nicht der Schiedsrichter.

Die Kritik betraf nicht nur die Technik. Bemängelt wurde, dass die Lösung für kleinere und ärmere Verbände zu teuer sei.

Zwölf Jahre nach der Entscheidung der IFAB ist das Bild gemischt. Die Messung funktioniert dort, wo Geld vorhanden ist, strittige Fälle kommen weiterhin vor. Das ist ein lehrreicher Präzedenzfall für alle späteren Systeme, vom halbautomatischen Abseits bis zur Ballverfolgung.

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Quellen

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  1. 01Goal-line technologyEN
  2. 02Hawk-EyeEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Jonas Weber

Jonas Weber

Sport, Auto und Reisen

Jonas Weber schreibt für FLASH24 über Sport, Autos und Reisen und stützt sich dabei auf Verbandsstatistiken, Herstellerangaben und eigene Recherchen vor Ort. Bei Ligaspielen prüft er Spielberichte gegen die offiziellen Datenbanken und gleicht Torschützen sowie Einsatzzeiten ab. Im Automobilbereich vergleicht er technische Daten aus Pressemappen mit unabhängigen Tests, im Reisenressort wartet er auf die saisonalen Streckenfreigaben und spricht mit Veranstaltern. Privat verfolgt er Ligastatistiken, diskutiert über den Videobeweis und spielt selbst Amateurbasketball. Zahlen, die er nicht belegen kann, veröffentlicht er nicht.

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