Roscosmos nimmt Tests für verzögertes bemanntes Raumschiff wieder auf, Start bleibt 2028/2029
Die russische Raumfahrtagentur startet diesen Herbst mit Fallschirmtests für ihr neues bemanntes Raumschiff. Ars Technica meldete am 30. September, der erste bemannte Start sei weiterhin für 2028 oder 2029 geplant.

Seit der Projektidee im Jahr 2009 trug das Raumschiff mindestens vier Namen: PPTS, PTK NP, Federatsiya und seit September 2019 Orel oder Eagle. Ars Technica berichtete am 30. September, der aktuelle Roscosmos-Chef Dmitri Bakanov habe die von seinem Vorgänger Dmitri Rogosin bevorzugte Bezeichnung Eagle offenbar fallen gelassen. Ein aktueller Interfax-Bericht, den Ars zitiert, nennt das Fahrzeug wieder PTK NP.
Laut Interfax-Kommentaren, die Rob Mitchell für Ars Technica übersetzte, nannte Bakanov den Start und die Erprobung eines neuen, vielversprechenden, wiederverwendbaren bemannten Transportraumschiffs als ersten Schritt. Im Herbst sollen im Fernen Osten Fallschirmabwürfe und Tests stattfinden. Derselbe Bericht erwähnt Tests in Notrettungsmodi bei einem Notfall an der Startrampe noch in diesem Jahr sowie 2027 Tests im Bereich des maximalen dynamischen Drucks.
Was die Herbsttests tatsächlich sind
Ars Technica merkt an, aus dem Bericht gehe nicht hervor, ob echte Flughardware, Attrappen oder Mockups zum Einsatz kommen. Der Verweis auf den Bereich des maximalen dynamischen Drucks deutet vermutlich auf Max-Q hin, was auf einen Startabbruchtest schließen lässt. Das wäre ein bedeutender Schritt in Richtung Raumflug.
Der Artikel schreibt, russische Raumfahrtvertreter hielten derzeit an einem ersten bemannten Start 2028 oder 2029 fest, wahrscheinlich mit der Rakete Angara A5M. Ars warnt, dieses Datum dürfe man wohl noch nicht in Stein meißeln. Vor vier Jahren sprach Präsident Wladimir Putin zuversichtlich über das Eagle-Raumschiff und die Wiederaufnahme des russischen Mondprogramms.
An der vorgesehenen Rolle hat sich in zwei Jahrzehnten wenig geändert. Wie auch immer das Fahrzeug am Ende heißt, es soll das Sojus-Raumschiff ablösen, um Kosmonauten in den niedrigen Erdorbit zu bringen, und vielseitig genug sein, um Menschen zum Mond zu fliegen. Die Europäische Weltraumorganisation und Russland begannen vor etwa zwanzig Jahren, über eine Zusammenarbeit an einem bemannten Raumschiff der nächsten Generation zu sprechen. Europa hätte ein Servicemodul für eine Kapsel mit bis zu sechs Passagieren beigesteuert. Europa zog sich zurück, und Roscosmos machte allein weiter. Ars beschreibt das Projekt als stets eher ein Potemkinsches Dorf denn eine Anstrengung mit echter Hardware.
Weitere Missionswissenschaft und Hardware-Nachrichten dieser Woche
Am selben Tag, an dem Ars sein Russland-Update veröffentlichte, kamen zwei weitere Raumfahrtmeldungen mit konkreten Zahlen. Tech.eu berichtete am 30. September, das 2019 gegründete litauische Unternehmen Blackswan Space habe eine Runde von 2,5 Millionen Euro unter Führung von Iron Wolf Capital abgeschlossen. Damit hat es insgesamt 3,2 Millionen Euro eingeworben. Sein RPO Kit, eine Plug-and-play-Nutzlast für autonome Rendezvous- und Annäherungsmanöver, soll im vierten Quartal 2027 fliegen. Das ist vor der ersten europäischen Betankungsmission im Weltraum, ASTRAL, die für 2028 geplant ist und mit bis zu 3,3 Millionen Euro von der britischen Raumfahrtagentur und der ESA unterstützt wird.
Jake Geer, Geschäftsführer von Orbit Fab UK, sagte in dem Tech.eu-Artikel, Blackswan sei ausgewählt worden, eine der kritischsten Komponenten, das RPO Kit, für die ASTRAL-Betankungsdemonstration zu liefern. Viktoras Jucikas, Gründungspartner von Iron Wolf Capital, sagte, ein heute im Orbit befindlicher Satellit sei ohne Bodenstation blind und taub. Er könne nicht erkennen, was sich neben ihn gesetzt habe, einem Zusammenstoß nicht selbst ausweichen und auch nicht leicht repariert oder betankt werden.
Endpoints News berichtete am 30. September, Varda, ein kalifornisches Start-up für pharmazeutische Fertigung im Weltraum, habe in einer Serie D 251 Millionen Dollar eingeworben. Die Publikation bezeichnet das Feld als seit Langem nächsten Schritt der Arzneimittelproduktion.
Nicht alle Hardware-Nachrichten dieser Woche drehen sich um den Orbit. PV Magazine berichtete am 30. September, der belgische Föderale Öffentliche Dienst Wirtschaft habe 2024 in einer Kampagne 10 Photovoltaikkabel nicht genannter Hersteller getestet. Nur eines erreichte die vom Hersteller angegebene Brandklasse Cca; die anderen neun stufte das Labor ISSeP als Dca ein. Die Behörde forderte daraufhin Nachweise von den Herstellern. Nachdem diese zusätzliche akkreditierte Labortests aus denselben Produktionschargen vorgelegt hatten, entschied der FÖD Wirtschaft, die Fälle nicht weiterzuverfolgen.
Quellen
5- 01So what's happening with Russia's new, long-delayed crewed spacecraft?EN
- 02Blackswan Space raises €2.5M to take autonomous spacecraft navigation into orbitEN
- 03Varda gets $251M to make medicines in space, a long-sought area for drugsEN
- 04Belgium reveals results of PV cable assessmentEN
- 05Launching Vespper DOCX MCP: 3× faster, 2× cheaper, more accurateEN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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