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Anhörung zu Stromtarifen für Rechenzentren in Quebec

Hydro-Québec beantragte am 1. Oktober beim Energieaufseher der Provinz Quebec die Genehmigung eines neuen Tarifs. Dieser würde die Stromkosten großer Rechenzentren in etwa verdoppeln. Die Anhörung in Montreal dauert bis zum 9. Oktober.

TechnologieAnalyseLena BrandtVeröffentlicht: 1. Oktober 20263 Min. LesezeitQuellen 6
Anhörung zu Stromtarifen für Rechenzentren in Quebec

Laut The Globe and Mail sieht der Vorschlag bei der Régie de l'énergie einen Durchschnittspreis von 13 kanadischen Cent pro Kilowattstunde für Rechenzentren vor, die mehr als fünf Megawatt verbrauchen. Als Großkunden zahlen die Rechenzentren in der Provinz derzeit rund sechs Cent pro kWh.

Wie Canadian Press berichtet, stehen sich bei der Anhörung das Energieunternehmen und Technologiefirmen wie Google gegenüber. Auch Branchenverbände wie die Canadian Federation of Independent Business sind beteiligt. Hydro-Québec argumentiert, höhere Gebühren für den Sektor würden verhindern, dass die steigende Nachfrage der Rechenzentren die Haushaltsstromtarife in die Höhe treibt.

Strom ist die Engstelle, nicht Chips

Die Zahlen aus Quebec zeigen, warum die Frage überregional ist. Hydro-Québec gibt an, dass die betroffenen Rechenzentren heute an der Spitze 190 MW verbrauchen und bis 2035 auf 1.000 MW steigen könnten. Der Energieanalyst Jean-François Blain sagte dem Globe and Mail, billiger Strom schaffe eine außergewöhnliche Anziehung, die Quebec nütze, solange man die Unternehmen beliefern könne. Er warnte zugleich, dass das Unternehmen bei wachsender Nachfrage diesen Preis womöglich nicht halten könne.

Ähnliche Entwicklungen gibt es in Texas. Am 30. September berichtete Inside Climate News, dass Verwaltungsrichter der Public Utilities Commission of Texas empfahlen, das 366-MW-Gaskraftwerk von El Paso Electric für das 10.000.000.000 US-Dollar teure, 1-Gigawatt-Rechenzentrum von Meta nur dann zu genehmigen, wenn die Stromkunden vor den Investitions- und Betriebskosten geschützt sind. Die Richter stellten fest, dass das Unternehmen Alternativen nicht angemessen gewogen und keine Ausschreibung ausgeschrieben habe. Das Kraftwerk würde 813 modulare Generatoren von Enchanted Rock mit einer geschätzten Kosten von 499.000.000 US-Dollar nutzen. Die fünf Kommissare haben noch keine Abstimmung angesetzt.

Bain and Company nannte am 29. September eine breitere Zahl für den Ausbau. Die Beratungsfirma sagt, die KI-Branche müsse bis 2031 einen jährlichen Umsatz von 6.000.000.000.000 US-Dollar erzielen, um Infrastrukturinvestitionen von bis zu 1.500.000.000.000 US-Dollar pro Jahr zu rechtfertigen. Zudem verdoppelten sich die Größe und Kosten der Rechenzentren alle 12 bis 16 Monate.

Kühlung verlässt das Netz und geht in den Orbit

Einige Antworten der Branche sind ungewöhnlich. Tom's Hardware berichtete am 26. September, dass Google plant, nächsten Woche einen Satelliten namens MVP mit einer SpaceX Falcon 9 von der Vandenberg Space Force Base zu starten. Er trägt vier Tensor Processing Units und ein Kilowatt Solarstrom. Die Chips werden etwa 15 Minuten laufen, bevor Überhitzung einen Notstopp erzwingt. Googles Kühlungsdesign leitet die Wärme direkt ins All ab, da Lüfter im Vakuum keine Luft bewegen können.

James Manyika, Googles Senior Vice President of Research, sagte dem New York Times, das Unternehmen erwarte „nichts Nützliches in den nächsten Jahren“. Er verglich das Projekt mit dem Programm für fahrerlose Autos.

Transparenz ist ein eigener Kampf. POLITICO berichtete am 30. September, dass Lighthouse Reports eine Beschwerde nach der Aarhus-Konvention eingereicht hat. Die Europäische Kommission wird beschuldigt, den Energie- und Wasserverbrauch einzelner Rechenzentren zu verbergen. Die eigenen Zahlen der Kommission schätzen den Stromverbrauch europäischer Rechenzentren für 2025 auf 20,7 TWh, ein Anstieg von 26 % gegenüber dem Vorjahr. Der Wasserverbrauch stieg um 52 % auf über 8.000.000 Kubikmeter. Die Kommission reagierte nicht auf POLITICOs Bitte um Kommentar; der Aarhus-Ausschuss entscheidet im November über die Zulässigkeit.

In den Vereinigten Staaten könnte ein parteiübergreifender Gesetzentwurf des Senats, der am 30. September vorgestellt wurde, Engpässe bei der Stromübertragung entschärfen. Canary Media zufolge blockieren diese Engpässe Hunderte von Gigawatt an Erzeugung. Eine Analyse für das Center for Climate and Energy Solutions schätzt Einsparungen von rund 7.000.000.000 US-Dollar bei den Lieferkosten bis 2035. Das Repräsentantenhaus ist bis nach den Midterms im November vertagt.

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Quellen

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  1. 01Hydro-Québec asks regulator to hike energy rates for large data centresEN
  2. 02Texas Electric Utility Only Considered Gas to Power $10B Meta Data CenterEN
  3. 03AI needs $6tn in annual revenue to justify data centre boom, Bain saysEN
  4. 04Google's orbital AI data center test packs four TPUs and 1,000W of solar powerEN
  5. 05EU accused of hiding environmental impact of data centersEN
  6. 06Senate permitting bill could greatly expand power lines and clean energyEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Lena Brandt

Lena Brandt

KI, Modelle und Technik

Lena Brandt schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Studien und öffentlich zugängliche Datensätze, statt Pressemitteilungen ungeprüft zu übernehmen. Bei Modellvergleichen kontrolliert sie Benchmark-Werte, Trainingsdaten und Versionsnummern und rechnet Angaben zu Rechenleistung und Kosten selbst nach. Sie spricht mit Entwicklern und Forschern, wartet auf angekündigte Updates und vergleicht Releases, bevor sie eine Einschätzung abgibt. Privat beschäftigt sie sich mit 3D-Druck, alten Rechnern und der Frage, wie Modelle aus Internetmüll lernen – Themen, die regelmäßig in ihre Texte einfließen. Sie publiziert keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst überprüfen konnte.

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