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Fünfhundert Millisekunden vom Spielfeld bis zum Bildschirm: Wie viele Daten eine Übertragung erzeugt

Eine chinesische Marktanalyse liefert Zahlen, die erklären, warum die Übertragung Teil der Messinfrastruktur ist: Ein F1-Bolide hat über 300 Sensoren und erzeugt mehr als 1,1 Millionen Datenpunkte pro Sekunde.

SportErklärtJonas WeberVeröffentlicht: 18. September 20265 Min. LesezeitQuellen 3
Fünfhundert Millisekunden vom Spielfeld bis zum Bildschirm: Wie viele Daten eine Übertragung erzeugt

Ein modernes Stadion arbeitet wie eine Datenfabrik. Spieler tragen Sensoren, die Herzfrequenz, Beschleunigung und Muskelbelastung messen. Hochauflösende Kameras arbeiten mit Computer Vision zusammen und erfassen Bewegungsdetails mit mehreren hundert Bildern pro Sekunde. Über die Anlage verteilte Sensoren überwachen die Feuchtigkeit des Rasens, die Lichtstärke und sogar die Zuschauerdichte.

Die Größenordnung ist beachtlich. Laut einer chinesischen Analyse für das Portal 36kr hat ein einzelner Formel-1-Bolide über 300 Sensoren und erzeugt mehr als 1,1 Millionen Datenpunkte pro Sekunde. Im Fußballtraining genügen zehn Minuten, zehn Spieler und drei Bälle, um über 7 Millionen Datenpunkte zu erzeugen.

Der Engpass: eine halbe Sekunde

Das Sammeln der Daten ist erst der Anfang. In einem Fußballspiel muss die gesamte Kette in 500 Millisekunden abgewickelt werden: vom Erkennen des Ereignisses über die Berechnung bis zur Ausspielung an das weltweite Publikum. In der Formel 1 ist das Fenster noch kürzer. Ein Boxenstopp dauert etwa zwei Sekunden, die Analyse muss also vor dem nächsten fertig sein.

Deshalb zählt in der Sportübertragung die Architektur niedriger Latenzen und nicht die reine Rechenleistung. Eine Kamera, die ein Ereignis eine Sekunde zu spät bemerkt, ist für den Kommentator und für den Trainer nutzlos.

Wer die Daten liefert

Für die Messschicht sind spezialisierte Firmen zuständig. Genius Sports liefert die Daten der Premier League. Football DataCo hatte das Unternehmen zuvor ausgewählt, ab der Saison 2019/20 Live-Daten aus der Premier League, der Championship und den schottischen Wettbewerben zu liefern. Im Mai 2021 übernahm Genius Sports Second Spectrum, das Ligen, Klubs und Sendern Tracking-Daten und Analytik liefert.

Derselbe Anbieter betreut auch Lösungen für den amerikanischen Universitätssport. Im Mai 2018 kündigte die NCAA eine Statistikinitiative für ihre 1100 Mitglieder an, die gemeinsam mit Genius Sports umgesetzt wird. Die Ligadaten sind also kein Nebenprodukt der Übertragung, sondern eine Ware mit eigenem Umsatz.

Der Ball ist längst nicht mehr nur ein Bild. Er ist ein Strom aus Zahlen, der schneller als der Konkurrent auf den Bildschirm gebracht werden muss.

Nicht nur die Kamera

Die chinesische Analyse weist auf eine weitere Ebene hin: Die Daten aus der Übertragung dienen längst nicht mehr nur dem Zuschauer. Dieselben Ströme speisen Trainingsmodelle und Systeme zur Bewertung von Spielern, der Kreislauf schließt sich also. Das Training erzeugt Daten, das Spiel erzeugt Daten, und beide landen in derselben Datenbank. Die Übertragung ist nicht mehr das Endprodukt, sondern eine der Eingaben des Entscheidungsprozesses.

Für den Sender bedeutet das doppelten Druck. Einerseits muss er Bild und Grafik im Fenster einer halben Sekunde liefern, andererseits die Daten als eigenes Produkt verkaufen. Der Klub kauft heute also nicht nur die Übertragung, sondern auch den Zugang zu den Messwerten, die während der Übertragung entstehen. Die Liga verkauft beides getrennt, manchmal an denselben Abnehmer.

Für den Zuschauer heißt das Grafik mit vorhergesagtem Ergebnis, Tempo-Diagramme und Spielerstatistiken in Echtzeit. Für den Klub Material für Entscheidungen. Und für die Liga ein Aktivum, das getrennt verkauft wird, manchmal an denselben Akteur, der das Spiel überträgt.

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Quellen

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  1. 01从经验主义到数据主义:“AI+体育”正在改写赛场答案ZH
  2. 02Genius SportsEN
  3. 03Player trackingEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Jonas Weber

Jonas Weber

Sport, Auto und Reisen

Jonas Weber schreibt für FLASH24 über Sport, Autos und Reisen und stützt sich dabei auf Verbandsstatistiken, Herstellerangaben und eigene Recherchen vor Ort. Bei Ligaspielen prüft er Spielberichte gegen die offiziellen Datenbanken und gleicht Torschützen sowie Einsatzzeiten ab. Im Automobilbereich vergleicht er technische Daten aus Pressemappen mit unabhängigen Tests, im Reisenressort wartet er auf die saisonalen Streckenfreigaben und spricht mit Veranstaltern. Privat verfolgt er Ligastatistiken, diskutiert über den Videobeweis und spielt selbst Amateurbasketball. Zahlen, die er nicht belegen kann, veröffentlicht er nicht.

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