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Fünf Urheberrechtsstreitigkeiten der vergangenen zwei Jahre, von YouTube bis zu einer Glaskuppel in Shenzhen

Ein Urheberrechtsstreit bleibt selten im Gerichtssaal. Er holt Songs von YouTube, zwingt Eiskunstläufer, ihre Olympia-Programme umzubauen, und macht die Glaskuppeln einer kanadischen Künstlerin zu Beweismitteln in einem Verfahren gegen einen der größten Konzerne Chinas.

KulturAnalyseIngrid BauerVeröffentlicht: 28. September 20265 Min. LesezeitQuellen 5
Fünf Urheberrechtsstreitigkeiten der vergangenen zwei Jahre, von YouTube bis zu einer Glaskuppel in Shenzhen

The Verge berichtete am 29. September 2024, dass Adeles "Rolling in the Deep" sowie Titel von Kendrick Lamar, Britney Spears, Green Day, Kanye West und Burna Boy in den USA von YouTube und YouTube Music verschwunden waren. Nutzer sahen stattdessen eine kurze Meldung: "This video contains content from SESAC. It is not available in your country." Ursache war ein Lizenzstreit zwischen der Plattform und der Society of European Stage Authors and Composers. Die 1930 gegründete Verwertungsgesellschaft wurde 2017 von der Beteiligungsgesellschaft Blackstone übernommen.

Auf ihrer Website, die The Verge zitiert, gibt SESAC an, die öffentliche Aufführung von mehr als 1.500.000 Songs zu lizenzieren. Dies geschieht im Auftrag von über 15.000 angeschlossenen Songwritern, Komponisten und Musikverlagen. Zu dem Streit hat sich die Organisation nicht öffentlich geäußert.

YouTube reagierte auf die Anfrage von The Verge. Sprecherin Mariana de Felice erklärte: "We have held good faith negotiations with SESAC to renew our existing deal. Unfortunately, despite our best efforts, we were unable to reach an equitable agreement before its expiration. We take copyright very seriously and as a result, content represented by SESAC is no longer available on YouTube in the US. We are in active conversations with SESAC and are hoping to reach a new deal as soon as possible."

Variety legte unter Berufung auf eine ungenannte Quelle nahe, die Sperrung könne ein Verhandlungstrick sein, da "the previous deal actually does not expire until next week." Am Montagnachmittag teilte YouTube mit, eine neue Vereinbarung sei in Kraft. Die fehlende Musik werde "over the next day or two" zurückkehren. The Verge bemerkte eine Merkwürdigkeit: Ein Eintrag für Kanye Wests "Power" war blockiert, während das Musikvideo weiter lief. SESACs durchsuchbares Repertoire, darunter ein PDF mit 44.267 Seiten, deckte sich nicht sauber mit dem, was verschwunden war.

Ein Eiskunstläufer, ein Minion und ein Anruf in letzter Minute

Zwei Jahre später traf derselbe Mechanismus ein olympisches Programm. The Guardian berichtete am 3. Februar 2026, dass der spanische Eiskunstläufer Tomàs-Llorenç Guarino Sabaté Ende der Vorwoche erfuhr, dass seine Kür nicht für die Olympischen Winterspiele in Milano Cortina freigegeben würde. Das Programm baut auf Musik aus der Minions-Reihe auf. Er sagte, er habe die Musik Monate zuvor über das von der Internationalen Eislaufunion empfohlene Verfahren zur Rechteklärung eingereicht. Die ganze Saison, auch bei den Europameisterschaften in Sheffield, war er dazu gelaufen.

Dann änderte Universal seine Haltung. "Huge THANK YOU to everyone who reposted, shared and supported. Because of you Universal Studios reconsidered and officially granted the rights for this one special occasion", schrieb der sechsmalige spanische Landesmeister auf Instagram. Er fügte hinzu, dass "there are still a couple things to be tied up with the other 2 musics of the programme."

Der Beinahe-Unfall steht nicht allein. The Guardian berichtete, dass die kanadischen Eistänzer Marie-Jade Lauriault und Romain Le Gac Ende des vergangenen Jahres erfuhren, dass zwei für ihren Rhythmustanz im Stil der 1990er Jahre geplante Prince-Songs nicht für die olympische Nutzung freigegeben werden konnten. Für den Rest der Saison waren sie genehmigt worden. Bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking sahen sich die amerikanischen Paarlauf-Meister Alexa Knierim und Brandon Frazier einer Urheberrechtsklage wegen einer Coverversion von House of the Rising Sun gegenüber. Sie wurde privat für eine nicht genannte Summe beigelegt, die The Guardian auf rund $1.4m (£1.02m) schätzt.

"It's a complex issue, frankly, because the music industry has no common clearance platform", sagte ISU-Generaldirektor Colin Smith dem Guardian. "There are multiple buckets of rights, and within those buckets the clearance process isn't done on a single platform."

Smith sagte, er habe direkte Gespräche mit großen Rechteinhabern geführt. Die ISU verfolge einen "multi-pronged approach", darunter die Arbeit mit einer bestehenden Plattform, die Rechte in anderen Sportarten verwaltet.

Eine Kuppel in Shenzhen und eine Datenbank in British Columbia

Urheberrechtsstreitigkeiten brauchen kein Stadion. Die kanadische Glaskünstlerin Victoria Balva schrieb auf ihrer Website, ein Kontakt in Asien habe sie darauf aufmerksam gemacht, dass für Huaweis Hauptsitz in Shenzhen ein großes Buntglas-Oberlicht mit Bleiverglasung gebaut werde. Die Darstellung ähnele ihren eigenen Kuppeln und Decken in Struktur und Detail. Sie schrieb an das japanische Architektur- und Innenarchitekturbüro Nikken. Nach einer internen Untersuchung, so Balva, räumte Nikken ein, dass ein Mitarbeiter ihre Entwürfe angesehen hatte. Das Büro beauftragte einen Anwalt in Toronto mit dem Fall. Später engagierte Balva Yuri Chumak von Chumack and Company. Sie argumentierte, nach kanadischem Urheberrecht sei Nikkens Entwurf eine wesentliche Kopie. Schließlich wurde ihr ein neuer Entwurfsvorschlag zur Genehmigung vorgelegt. Balva sagte, er enthalte noch ein paar kleinere Elemente aus ihrer Arbeit, wirke aber insgesamt nicht mehr ähnlich. Sie schrieb, der Fall sei nicht vollständig gelöst und vier Monate ihres Berufslebens seien verloren. Der Architekturkritiker der Globe and Mail, Alex Bozikovic, berichtete über die Geschichte, für Abonnenten.

Andernorts hat sich der Streit auf KI verlagert. BetaKit berichtete am 26. März 2026, dass das Canadian Legal Information Institute (CanLII) und das in Vancouver ansässige Caseway AI einen Urheberrechtsstreit beigelegt haben. CanLII klagte im November 2024 vor dem Obersten Gerichtshof von British Columbia. Die Klage behauptete, Caseway habe ein Geschäft aufgebaut, indem es CanLIIs Arbeit durch einen massenhaften und systematischen Download ohne Erlaubnis oder Vergütung übernommen habe. Die Bedingungen der Einigung sind vertraulich. CanLII erklärte in einem Blogbeitrag, es "continues its work providing broad public access to primary legal information", während Caseway "continues developing technology solutions for organizations that operate in complex, document-heavy environments." Caseway fasste das Ergebnis als Abkehr davon auf, "away from attempting to slow technological progress through litigation."

Im Juni 2026 berichtete Guitar World, dass Thomann, nach eigener Bezeichnung der weltgrößte Musikhändler, wegen seiner Welle von Unterlassungsschreiben im Streit um die Korpusform der Stratocaster gegen Fender klagt. Zuvor hatte es im März am Landgericht Düsseldorf ein Versäumnisurteil gegeben. Thomann erklärt, auch für kleinere Hersteller zu handeln. Fender hat erklärt, es "working directly with companies to find practical paths forward."

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Quellen

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  1. 01YouTube pulls songs from Adele, Nirvana, and others due to SESAC disputeEN
  2. 02Figure skater saved from scrapping Olympic routine after Minions music copyright disputeEN
  3. 03New Huawei Headquarters. Copyright infringement disputeEN
  4. 04Online legal database CanLII and AI startup Caseway settle copyright disputeEN
  5. 05Thomann suing Fender over cease-and-desistsEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Ingrid Bauer

Ingrid Bauer

Kultur, Küche und Lebensstil

Ingrid Bauer schreibt für FLASH24 über Kultur, Küche, Mode und Design, Alltagsleben und Geschichte und stützt sich dabei auf Primärquellen wie Archivdokumente, historische Kochbücher und Gespräche mit Zeitzeugen. Bei Rezepten und Ernährungsratgebern prüft sie Zutatenlisten, Nährwertangaben und Herkunftsbezeichnungen gegen offizielle Register. Für ihre Kulturbeiträge vergleicht sie Spielpläne, Ausstellungskataloge und Marktpreise und wartet auf die Saisonberichte der Landwirtschaftskammern. Ihr eigenes Brot backt sie im Holzofen, kauft auf Wochenmärkten und sammelt alte Kochbücher, was ihre Geschichten über regionale Küche und Handwerk prägt. Sie veröffentlicht keine unbelegten Zahlen und keine Rezepte ohne getestete Mengenangaben.

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