Europas Nachtzüge: Neue Strecken, alte Tunnel, echte Zahlen
Europas Bahnbetreiber haben am 10. Dezember den Fahrplan 2024 eingeführt. Neu sind direkte Nachtverbindungen zwischen Städten, die tagsüber keine direkte Anbindung hatten. Dazu gehört der erste Schlafwagen von München nach Warschau seit 2010, wie der Guardian berichtet.

Der Guardian meldete am 14. Dezember 2023, dass die neuen Fahrpläne vom 10. Dezember Warschau mit München, Berlin mit Paris und Aachen mit Halle über direkte Nachtzüge verbinden. Keine dieser Städtepaare hatte zuvor eine direkte Tagverbindung.
Nicht jede Änderung war ein Zugewinn. Aarhus verlor seine zweimal täglich fahrenden Direktzüge nach Hamburg. Stattdessen gibt es jetzt eine Umsteigeverbindung alle zwei Stunden, mit Wechsel auf demselben Bahnsteig in Kolding. Nürnberg, bisher ein Sprungbrett nach Tschechien, kam von fünf direkten Zügen pro Tag auf null. Der Schlafwagen von Salzburg nach Krakau, der knapp unter 10 Stunden unterwegs ist, hob Cat Jones hervor. Die CEO des flugfreien Reiseveranstalters Byway Travel sagte, die neuen Züge würden „einen echten Aufwind“ erzeugen und ihrem Unternehmen erlauben, Orte zu kombinieren, die zuvor keine direkte Bahnverbindung hatten.
Nachtzüge sind nicht die ganze Geschichte. Die Übersicht des Guardian verzeichnet auch eine Kürzung der Fahrzeit von Berlin nach Amsterdam um 30 Minuten, jetzt unter sechs Stunden. Zudem verdoppeln sich die direkten Tagzüge von Krakau nach Wien und Berlin.
Was die Tunnel ändern
Die größeren Verschiebungen sind noch im Bau. CNN berichtete am 26. Mai 2026, dass der Gotthard-Basistunnel in der Schweiz die Fahrzeit von Zürich nach Mailand von vier auf zweieinhalb Stunden verkürzte. Er wurde 2016 eröffnet und kostete 11,3 Milliarden Dollar. Seine beiden Röhren verlaufen an der tiefsten Stelle mehr als 7.500 Fuß unter den Alpengipfeln. Der Europäische Rechnungshof erklärte im Januar, die Kosten von acht großen Projekten des Transeuropäischen Verkehrsnetzes seien im Schnitt um 82 Prozent über die ursprünglichen Schätzungen gestiegen. Bei fünf von ihnen lag die durchschnittliche Verzögerung bei 17 Jahren.
Dänemark und Deutschland bauen den Fehmarnbelt-Tunnel, eine 18 Kilometer lange Absenktunnelverbindung unter der Ostsee. CNN berichtete im Juni 2024, das Budget liege über 7 Milliarden Euro (7,1 Milliarden Dollar). Die Überfahrt, derzeit eine 45-minütige Fährpassage, soll mit dem Zug sieben Minuten und mit dem Auto 10 Minuten dauern. Jens Ole Kaslund, Technischer Direktor bei Femern A/S, sagte, die Strecke von Kopenhagen nach Hamburg werde von rund viereinhalb auf zweieinhalb Stunden sinken. Das erste Tunnelelement wurde am 17. Juni von König Frederik X. eingeweiht, vier Jahre nach Baubeginn 2020.
Kosten sind die andere Hälfte der Debatte. Die Rail Delivery Group erklärte im Februar 2024, dass auf den 100 wichtigsten britischen Geschäftsreiserouten ein durchschnittlicher Benzin- oder Dieselwagen neunmal mehr Kohlenstoff verursachte als der Zug. Die Daten der RDG zeigen: Edinburgh nach London Kings Cross stieß 116 Kilogramm CO2 mit einem Dieselauto aus, 31,8 Kilogramm mit einem Batterieauto und 12,7 Kilogramm pro Person mit dem Zug. Einzelfahrkarten bei LNER für diese Strecke kosteten 183 Pfund ohne Vorausbuchung. Michael Solomon Williams von Campaign for Better Transport sagte, die Bahn sei umweltfreundlicher und oft schneller, aber „was wir jetzt tun müssen, ist sicherzustellen, dass sie auch billiger ist.“
Anderswo ist das Bild uneinheitlicher. Kroatien erweiterte zum 1. Januar 2026 die kostenlose Bahnfahrt auf Menschen mit Behinderungen, die einen nationalen oder europäischen Behindertenausweis besitzen. Auch berechtigte Einwohner der Gespanschaft Istrien profitieren, wenn sie den direkten Service von Pula nach Zagreb nutzen. Dieser wurde am 20. Juni 2025 wieder eingeführt und verkehrt freitags und sonntags durch Slowenien, wie Croatia Week berichtet.
Quellen
5- 01Night trains and border crossings: Europe's best new rail routesEN
- 02Electric cars produce twice as much CO₂ as trains, says rail group dataEN
- 03The underground mega tunnels redrawing the railway map of EuropeEN
- 04Longest road and rail tunnel is being built under the Baltic SeaEN
- 05Croatia extends free train travel to more groupsEN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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