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EU-Aufseher: Cloud-Abhängigkeit der Banken wird teuer

Der gemeinsame Bericht von Eba, Eiopa und Esma vom 23. September zeigt die starke Abhängigkeit des Finanzsektors von ICT-Anbietern außerhalb der EU. Rund 80 Prozent der befragten Banken nennen IT-Dienstleister als Hauptrisiko.

TechnologieAnalyseKatrin HoffmannVeröffentlicht: 26. September 20267 Min. LesezeitQuellen 2
EU-Aufseher: Cloud-Abhängigkeit der Banken wird teuer

Eine Bank kann über solide Kapitalreserven verfügen und im Kerngeschäft dennoch von Infrastruktur abhängen, die woanders betrieben wird. Das italienische Portal CorCom beschreibt den Herbstbericht über die Risiken des EU-Finanzsystems. Veröffentlicht wurde er am 23. September vom gemeinsamen Ausschuss der Aufseher Eba, Eiopa und Esma.

Das Dokument nennt die wichtigsten Schwachstellen: technologische Abhängigkeiten von Unternehmen mit Sitz außerhalb der Union, sich wandelnde Cyberbedrohungen mit Unterstützung durch künstliche Intelligenz und Risiken im Privatkreditgeschäft. Es geht nicht nur darum, welche Dienste eine Bank einkauft. Entscheidend ist auch, ob sie weiterarbeiten kann, wenn ein Anbieter ausfällt oder in politische Entscheidungen gerät, die in einer anderen Jurisdiktion fallen.

Wer die größte Sorge auslöst

In der Eba-Umfrage zur Abhängigkeit von Stellen außerhalb der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums nannten die Institute am häufigsten IT-Dienstleister. Rund 80 Prozent der Befragten hielten diese Beziehungen für die wichtigste kritische Abhängigkeit. An zweiter Stelle standen Zahlungslösungen, die etwa 60 Prozent der Banken angaben. Die Aufseher betonen, dass es sich um Einschätzungen der befragten Institute handelt und nicht um eine Messung des Marktanteils der Anbieter.

Ein separates Problem ist die Konzentration. Wenn viele Banken dieselbe Infrastruktur nutzen, trifft ein Ausfall bei einem Anbieter sie alle im selben Moment. Deshalb schaut die Aufsicht heute weiter als auf das Risiko einer einzelnen Bank und betrachtet die gemeinsamen technologischen Beziehungen des gesamten Sektors. In den Empfehlungen tauchen die Beobachtung dieser Abhängigkeiten, Belastungstests für Krisenszenarien, Kontrollen und die Koordinierung im Rahmen der EU-Verordnung Dora zur operativen Resilienz des Finanzsektors auf.

Souveränität als Produkt

Der regulatorische Druck wurde sofort zum Verkaufsargument. Die französische Le Monde Informatique beschreibt den Abschluss der Fusion des kanadischen Cohere mit dem deutschen Aleph Alpha. Die endgültige Vereinbarung wurde am 16. September unterzeichnet. Das neue Unternehmen soll unter dem Namen Cohere mit Sitzen in Toronto und Berlin auftreten. Der Wert des zusammengeführten Unternehmens wird auf rund 20 Milliarden Dollar geschätzt, die Cohere-Aktionäre sollen etwa 90 Prozent der Anteile halten. Die Transaktion wartet noch auf die Zustimmung der Regulierer, der Abschluss ist für 2026 geplant. Ilhan Scheer, heute Mitgeschäftsführer von Aleph Alpha, soll operativer Direktor werden, Samuel Weinbach Forschungschef.

Die Redaktion weist dabei auf ein Missverhältnis hin. Der wiederkehrende Umsatz von Cohere stieg von rund 62 Millionen Dollar Ende 2024 auf 240 Millionen im Jahr 2025. Aleph Alpha hatte dagegen begrenzte Erlöse und hohe Verluste und hatte zuvor die Entwicklung von Spitzenmodellen zugunsten von Integrationssoftware aufgegeben. Ein Teil der Beobachter spricht deshalb von einer Übernahme, die als Fusion getarnt ist.

Für den Adressaten ist die Schlussfolgerung doppelt. Für ein Finanzinstitut ist die Frage „Wo steht der Server“ keine Buchhaltungsfrage mehr, sondern Teil des Risikomanagements. Für Anbieter von Alternativen zu den amerikanischen Hyperscalern ist „Souveränität“ heute das stärkste Verkaufsargument und zugleich das am schwersten zu haltende. Denn es verlangt gleichzeitig Skalierung und Gewinn.

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Quellen

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  1. 01CorCom: Cloud e banche, l'allarme delle autorità di vigilanza UEIT
  2. 02Le Monde Informatique: Cohere et Aleph Alpha, une fusion pour une IA souveraineFR

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Katrin Hoffmann

Katrin Hoffmann

KI, Modelle und Technik

Katrin Hoffmann schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Primärquellen wie Herstellerangaben, Studien und Protokolle statt auf Pressemitteilungen. Bei Benchmarks prüft sie Messmethoden, Testumgebungen und Reproduzierbarkeit, bevor sie Zahlen übernimmt. Für ihre Artikel spricht sie mit Entwicklern und Forschern, wartet auf Konferenzankündigungen und vergleicht Versionsstände von Modellen und Standards. Privat betreibt sie Selfhosting und Heimnetze und dokumentiert ihre eigene Infrastruktur, was ihrer Redaktionsarbeit zugutekommt. Sie veröffentlicht keine Zahlen ohne nachvollziehbare Quelle.

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